Lonely Cosmos 4

Season I: Tannhäuser Gate – Episode 4

Jimmynauta Jr. on his way through time, space and cosmic froth. Follow the infamous space bum heading to the coolest hot spots on the crotch of the monstrous spaghetti galaxy. (Artwork: Munich Globe Bloggers supported by various Sci-Fi stuff1)

Where did I come from? Where am I going? How long have I got?

Rick Deckard: Blade Runner, 1982
Space: the place for a final beer. These are the odysseys of Jimmynauta Jr. His kinky mission: to investigate strange encounters of the fifth or so dimension. To rate the cool spots of spacy sci-fi grounds. To coldly fare where no terrestrial has moved his fucking ass before!

(Hier geht’s zur ersten Folge: Season I: Tannhäuser Gate – Episode 1)

The old darkness ploy

Es wurde Licht. Okay. Die Dunkelheit machte eine Minidiät. Konturendämmerung mit angezogener Handbremse. Ähnlich euphorisch justierten sich meine Antennen. Der Boot-Elan meiner Biofestplatte erinnerte mich an den alten Sisyphos beim zweihundertsechsundzwanzigtausendfünfhundertzweiundvierzigsten Versuch, seinen Felsen hochzuwuppen. Jetzt geht’s lo-hos! Nach einer fünfpromilligen Ewigkeit war es so weit: Mein Synapsenflipper meldete sich im Combatmodus und packte gleich mal den Kirk aus: Sternzeit nullachtfuffzehnkommairgendwas. Die Feinheiten lieferte mir Little Spock, ein Upgrade-Modell von Mr. Spocks Tricorder, das ich auf einem Flohmarkt im Dagobert-System entdeckt hatte. Es dauerte eine halbe Milchstraßendurchquerung, bis wir uns angefreundet hatten. Ab da war Little Spock mein Chef-Space-E-Buddy. Immer dabei. Immer griffbereit. Little Spock sagte mir, dass ich mit einem Haufen anderer Idioten in einem Raumschiff unterwegs sei. Plus Geschwindigkeit, Raumkoordinaten, Bewegungsrichtung, Sauerstoffanteil, Bunnyquote, Bierausschankwahrscheinlichkeit, Gehirnzellensaldo (seit letzter Nacht), … The full fucking monty. Was Little Spock mir nicht sagen konnte: Was zum Dalek machte ich hier eigentlich? Wie war ich an Bord gekommen? Wohin ging die Reise? Meine letzte Erinnerung führte mich ins Replicant’s Inn, wo ich mit diesem rastlosen Spacefroschmann an der Bar gesessen hatte. Eternauta. Er ging, die Nacht kam.

Out with the bad, in with the beer

Die anderen Typen, die das Raumschiff matratzenbelagerten, identifizierte ich per Blickanalyse als Bohemians in einem fortgeschrittenen Entrückungszustand. Der Geist auf Urlaub. Ihre T-Shirts verrieten diverse Protestnoten: „C-Beam is Murder“, „C-Beams are D-Beams“ – das D stand offenbar für „doom“ ; „Replicant rights now!“, aber auch „Free Imperial Banana Punch for Everyone!“. Von diesem Cocktail hatte ich schon viel gehört, jedoch noch keine Gelegenheit gehabt, ihn zu kosten. Das imperiale Verbotsdepartment deklarierte ihn als Symbol des rebellischen Widerstandes und als „Jedi-Fusel“. Damit stand der Stimmungspimper universumweit auf dem Index. Ratzfatz wurde er in anti-imperialen Kreisen zum Kult-Cocktail befördert. Obwohl er geschmacklich eher durchschnittlich war, wie mir ein Barmixer verriet, dem er leider ausgegangen war. Bis zum Verbot war der Imperial Banana Punch2 einfach nur ein neuer Cocktail, dessen Erfinderin Jenny Caution alias Ruddy Mary nach einem mehrstündigem Selbsttest kein besserer Name eingefallen war.

Mark my socks, Little Spock. Sinister forces are at work

Momentan hatte ein dringlicheres Projekt. In smartassliger Vorausschau hatte ich Little Spock ein wenig frisiert. Auf Knopfdruck oder Ansage entließ er tausende Ichneumonsbots, also Nanoschlupfwespenrobotor, die sich in Leitungen bohrten und Informationen abzapfen konnten. Das war todesmonsterillegal, aber verlängerte oft genug mein Haltbarkeitsdatum. Ich hatte so eine Ahnung. Little Spock hatte mir die Überlebenswahrscheinlichkeit vorenthalten. „Unzureichende Daten.“ Jetzt wusste ich warum. Anders als Big Spock hatte Little Spock Emo-Content. Er wollte mich nicht in Schockstarre navigieren und überspielte, dass unser Raumschiff auf die C-Beam-Kanone zusteuerte, wo wir nach munterem Beschuss explodieren und als publikumswirksames C-Beam-Glittering verglühen würden. Nett gemeint, aber nur semihilfreich. „Beamen?“ „Negativ“, sagte Little Spock. „Wie viel Zeit bleibt uns für den Troubleshoot?“ Statt der üblichen Text- oder Voice-Message leuchtete auf Litte Spocks Display in neonalarmroten Ziffern ein Countdown: 2 Minuten, 59 Sekunden. 2 Minuten, 58 Sekunden, 2 Minuten, 57 Sekunden …

(Weiter zur Fortsetzung: Lonely Cosmos 5)

Post-its

  1. Spoiler-Alert: Unser Design-Department hat Bilder aus folgenden Comics, Filmen etc. (vegan) verwurschtelt: 2001: A Space Odyssey, Æon Flux, Alien, Avatar, Les Aventures de Tintin: On a marché sur la Lune, Barbarella, Blade Runner, Doctor Who, El Eternauta, Flash Gordon, The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy, James Bond: Moonraker, Le Petit Prince, Mars Attacks, Star Trek: TOS, Star Wars, Le Voyage dans la Lune, WALL-E ↩︎
  2. Imperial Banana Punch: Die Rezeptur dieses Cocktails ist leider noch geheimer als die Pflegeformel der Lieblingsbeautyfacelotion von Imperator Palpadine. Oft gehörte Gerüchte behaupten, der IBP enthalte u. a. natürliche Sanitärreiniger-Aromen und fein pürierte elektronische Bauteile vom ersten Todesstern. Stilecht serviert gilt er nur mit Eiswürfeln vom Eisplaneten Hoth. ↩︎

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