Foot Diary

Interview mit New-York-City-Walker Matt Green (3)

Peacocktailparty: In New York geht fast alles. Aber nur, wenn du gehst. Sonst geht’s an dir vorbei.
(Foto: Jeremy Workman / Greenwich Entertainment)

Ich brauche wenig Ermutigung, um zu Fuß zu gehen.

Matt Green

(Hier geht’s zu Folge 1 des Interviews: Everybody’s Neighbour)

Und noch mal Matt Green in unserem Super-Trouper-Hotspot. Er ist der wahre Marathon-Mann. Läuft noch, wo sich Asphalt-Cowboy Dustin Hoffman längst die Blasen verarztet. Dabei ist das Laufen quasi der Rahmen des eigentlichen Erkenntnisplots. Wir stibitzen mal einen Satz aus dem Film V for Vendetta, der übrigens 2020 spielt, und pimpen ihn für unsere Zwecke: „By the power of walking, I, while watching, have conquered the universe.“ Auf Fake-Latein: Vi valki universum vidi vici. Kurz: Veni, vidi, cognovi. Anstatt hier nebulös herum zu resümieren, sollten wir unseren alles andere als mainstreamigen Gehmeister selbst zu sprechen lassen. Here we go!

City to go

Munich Globe Bloggers (MGB): Ist New York fußgängerfreundlich? Oder ist New York für Autos angelegt statt für Menschen – wie so viele wie andere Städte?

Matt Green (MG): New York leistet im Grunde solide Arbeit, um seine Straßen fußgängertauglich zu machen – Gehsteige, Fußgängerzonen etc. Allerdings bin ich wohl der Falsche für diese Frage. Ich brauche wenig Ermutigung, um zu Fuß zu gehen. Daher bin ich mir wahrscheinlich weniger bewusst, worin sich eine gute Stadt von einer schlechten unterscheidet bei diesem Punkt. Tatsächlich denke ich manchmal, dass die am wenigsten „begehbaren“ Orte am interessantesten zum Laufen sind. Klar, aus politischer Sicht ist es wichtig, dass eine Stadt darüber nachdenkt, wie sie Menschen mit Behinderungen und Mobilitätsproblemen helfen und die Stadt gesünder machen kann, indem sie mehr Menschen aus ihren Autos herausholt. Ich selbst nehme jeden Block einfach gerne, wie er ist, und genieße ihn.

What the walk?!

MGB: Hast du Vorschläge, um New York (oder Städte generell) fußgängerfreundlicher zu gestalten oder um mehr Menschen zu ermutigen, ihre Stadt zu Fuß zu erkunden?

MG: Den Menschen helfen, die Freude an der Neugier auf die Welt wieder zu entdecken. Wenn du mehr darüber wissen willst, was vor deiner Tür los ist, und es kaum erwarten kannst, den nächsten Block unter die Lupe zu nehmen, dann gehst du zu Fuß, egal wie fußgängerfreundlich deine Stadt ist.

MGB: Wenn du einen Soundtrack arrangieren würdest für deinen Rundgang durch NYC: Was würden wir hören? Musik? Vogelgezwitscher? Der Klang von High-Five-Händen?

MG: Schwierige Frage. Alles gute Vorschläge. Ich bin mir nicht sicher, was ich auswählen würde. Zum Glück brauche ich das nicht. Jeder Block hat bereits einen perfekten Soundtrack! Einfach hingehen und zuhören. Es lässt sich nicht verbessern, selbst wenn du’s probierst.

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