Lonely Cosmos 2

Season I: Tannhäuser Gate – Episode 2

Jimmynauta Jr. on his way through time, space and cosmic froth. Follow the infamous space bum heading to the coolest hot spots on the crotch of the monstrous spaghetti galaxy. (Artwork: Munich Globe Bloggers supported by various Sci-Fi stuff*)

„More human than human“ is our motto.

Dr. Eldon Tyrell: Blade Runner, 1982
Space: the place for a final beer. These are the odysseys of Jimmynauta Jr. His kinky mission: to investigate strange encounters of the fifth or so dimension. To rate the cool spots of spacy sci-fi grounds. To coldly fare where no terrestrial has moved his fucking ass before!

(Hier geht’s zur ersten Folge: Season I: Tannhäuser Gate – Episode 1)

„More real than reality!“ Auch die Promo-Tagline für das C-Beam-Festival hat sich bei Blade Runner bedient. Auf dem Weg zum Tannhäuser Gate ist mir das Plakat mehrfach aufgefallen. Am Kalydonischen Ende des Einhornnebels surfte mein Spaceboard direkt durch einen Schriftzug aus Leucht-Asteroiden „Welcome to C-Beam-Festival. Your best idea ever.“ Auf der langen Reise zum T-Gate hatte ich Zeit, im Lonely Cosmos zu stöbern. Wer nicht gerade per Anhalter zwischen den Sternen unterwegs ist, fährt mit diesem Allreiseführer ganz gut. Die Autoren behandeln zwar viele klassische Touri-Locations, aber sie sind keine Jubelvogonen. Souverän wie ein Piratensender. Echtpunks de luxe. Genug gelobt, sonst darf ich hier noch fuckingehrenerklären, dass ich vom Verlag Forgotten Planets keine Provision erhalte. Jedenfalls steht in dem Flohmarkt-Exemplar, das ich auf einem Milchstraßenparkplatz entdeckt habe, über C-Beam-Glittering – laut Veranstalter kosmosweit das größte künstlich erzeugte Feuerwerk -, das Spektakel nehme wenig Rücksicht auf benachbarte Materie: „Orionbaby wird jedes Mal die halbe Schulter weggesprengt.“

Gentlemen, you can’t use your brain in here. This is the parlament!

Der ethische Background ist tatsächlich makaber, aber passt zu einer Zeit, in denen Katastrophen- und Elends-Spotting solide Tourismusprovider sind. C-Beam-Glittering stammt ursprünglich aus Extreme-Battles, die an diesem strategisch brisanten Galaxienknoten in erdbewohnertypischer Regelmäßigkeit abgewummert wurden. Später, in friedlicheren Zeiten, kam ein findiger Tourismus-Manager auf die Idee, das Spektakel zu inszenieren. So wie die Gaga-Yankees mit ihrer Gettysburg-History-Metzgerparty. Allerdings – begleitet von mutigen Protesten kurzlebiger NGOs – werden dafür zufällig vorbeifliegende Objekte mit C-Beams (eine Art Photonentorpedos) weggepustet. Meist sind es unbewohnte Asteroiden, aber immer wieder auch Raumschiffe mit Biocrew und -passagieren. Wummm. Weggesprengt, weil’s so irre schön aussieht. Ich zitiere aus dem Lonely Cosmos, der ja bekannt ist für sein moralisches Dings: „Die Proteste werden mehrheitlich von Protesttouristen veranstaltet. Nicht, weil die Locals es toll finden, wenn für ein bisschen Feuerwerk unwissende Passanten atomisiert werden. Es gibt nur keine protestierenden Locals mehr. Wer protestiert, wird von den Govbots einkassiert und in Raumschiffe gesteckt, die dann vor die C-Beam-Kanonen geflogen werden und als Funkenregen alias C-Beam-Glittering unfreiwillig zum Spektakel beitragen. Touristen haben da einen größeren Protestspielraum. Meistens werden sie lediglich mittels H-Beams hypnotisiert und zu friedlich applaudierenden Zuschauern umgemodelt, bis das Festival vorbei ist.“

(Fortsetzung folgt)

Post-its

*) Spoiler-Alert. Unser Design-Department hat Bilder aus folgenden Comics, Filmen etc. (vegan) verwurschtelt:

  • 2001: A Space Odyssey
  • Æon Flux
  • Alien
  • Avatar
  • Les Aventures de Tintin: On a marché sur la Lune
  • Barbarella
  • Blade Runner
  • Doctor Who
  • El Eternauta
  • Flash Gordon
  • The Hitchhiker’s Guide to the Galaxy
  • James Bond: Moonraker
  • Le Petit Prince
  • Mars Attacks
  • Star Trek: TOS
  • Star Wars
  • Le Voyage dans la Lune
  • WALL-E

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