Gnocchipussy

Interview mit den KdFSM-Gurus Nadja Entner & Eva Rosina (4)

Oops! Some fucking pastarazzo been snapping The Flying Spaghetti Monster at the Pink Panther‘s birthday party? Nope. It’s some kinky affair from the 80s on record by the code name Gnocchipussy.
(Logo/Artwork: The Church of the Flying Spaghetti Monster/MGB)

00-Penne: „Jesus, Mary and stuff, it tastes fuckin‘ great! What’s that?“
Gnocchipussy: „That’s my little Gnocchipussy.“

Gnocchipussy (1986); Regie: Federico Tortellini

(Hier geht’s zu Folge 1: Mission: Impastable)

Nobody cooks it better: Nudel-Agent 00-Penne auf der Spur eines Geheimkults, der aus prähistorischen Fusillien eine Pastabombe klont und damit die Weltherrschaft an sich beißen will. Mit Heißhunger, grandiosen Gadgets (nudelsichere Schürze, fliegender Zwiebelschäler, Tomatenkanone, feuerspuckender Papagei, intelligentes Nudelsieb, Lasermesser) und der spontanen Hilfe des Fliegenden Spaghettimonsters (Deus ex Makkaroni) gelingt es 00-Penne in drittletzter Sekunde, die geheimnisvolle Gnocchipussy zu entlarven und mit ihr (nach einem spritzigen Quickielini – ohne Aperitif) die al dente gekochte Bombe aufzutischen und mit Gabel, Löffel und Parmesan zu entschärfen.

Gnocchipussy – ein Gourmetthriller von Oscapelli-Preisträger Federico Tortellini mit George Lasagneby als Nudel-Agent 00-Penne und Diana Rigatoni als mysteriöse Titelheldin.

Nach dieser ebenso faden wie lukrativen Werbeeinblendung entern wir endlich unser Rotes Sofa. Dort sitzen immer noch die beiden Nudel-Piratinnen aus dem Ösi-Klerus der Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters, die selbst geschnitzten Holzbeine auf dem Tisch und ein nicht namentlich genanntes Bier im ehernen Handersatz. Und wir, die Munich Globe Bloggers, feuern ihnen unsere Fragen um die Ohren, dass die Augenklappen nur so zittern.

Wir wünschen euch ein hemmungsloses Parallelbesäufnis als stimmungsoptimierende Begleiterscheinung des 4. Teils unseres Interviews.

Munich Globe Bloggers: Die Femmes Farfalles sind ein Spin-Off (oder Sin-off?), eine Art Special Force der KFS Österreich, um die Ladypräsenz zu pimpen. Besteht da nicht die Gefahr einer Abspaltung, einer Kirche in der Kirche, einer Nudel in der Nudel, einer Tripolinabalisierung wie die Pastalogen sagen – erst recht in diesem neuen Verschwörungszeitalter?

Fast Oberste Maccherona Nadja Entner: Diese Gefahr besteht natürlich immer, aber auch diese Herausforderungen sind für uns Pastafaris kein Problem. Es gibt ohnehin bereits Abspaltungen im Pastafarianismus. Zum Beispiel gibt es Glaubensgenossen aus unserem deutschen Nachbarland, die behaupten, dass wir gar keine echten Pastafaris sind. Wir wurden sogar schon mal als „Geschirrständer“ bezeichnet. Ich persönlich vermute ja, dass diese Glaubensgenossen möglicherweise nur neidisch sind, weil das FSM die glorreiche Idee mit der pastafarischen Nudelsieb-Kopfbedeckung uns zugenudelt hat – und nicht ihnen.

Eva Rosina, Les Femmes Farfalles: Wir sehen das positiv. Die etablierten Religionen haben auch alle ihre Zweige und Abspaltungen. Vielleicht war das bisher das Problem, warum wir nicht so ernst genommen worden sind als Religion: Weil wir zu friedlich und united waren.

What shall we do with the drunken Monster? Give Him a dose of salt and tomato. Dip Him in pesto untill He’s sober. Give Him an eyepatch and make Him a pirate. Early at the orgy. Hoo-ray, and up He noodles, Hoo-ray, and up He noodles …
(Foto: Nadja Entner / Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters Österreich)

The Big Lasagnski

MGB: Klingt, als können jederzeit die schwebende Gnocchipussy auftauchen. Mit Lockenwicklernudeln (Radiatori oder so), Salbeikranz und lachsrosa Sauce. Oder The Big Lasanski könnte aus dem Off fragen, was eine Nudel ausmacht … Sagt mal, haben die Mitvaginaschaft und das hohe Amt bei der Pastafari-Kirche Euer Nudelbewusstsein verändert?

Eva Rosina: (Ich habe ja kein hohes Amt, aber:) Definitiv! Ich esse einfach viel bewusster Nudeln als früher. Mir kommt nicht mehr einfach irgendwas in den Einkaufswagen oder in den Kochtopf, ich überlege jetzt ganz bewusst: Will ich heute lieber eine schöne lange Spaghetti in meinem Mund spüren, oder ist mir mehr nach der Soße, die sich in den Muschelnudeln so schön sammeln kann?

Nadja: Nudeln mochte ich schon immer liebend gern! Und zwar in allen möglichen Variationen … egal ob vegan oder mit Fleisch, dick oder dünn, weich oder al dente, groß oder klein, kurz oder lang … ich liebe sie alle! Aber am allerliebsten mag ich nach wie vor noch die wunderbare Riesen-Nudel meines Mannes (und das schon seit 20 Jahren).

MGB: Fuck! Müssen wir da jetzt eine Pop-up-Sperre einbauen? À la „Dieser Text kann nur gelesen werden zwischen 22 Uhr und 6 Uhr … (bla bla bla).“ (Da sind nämlich die ganzen U-16er auf Party). Sorry, Ihr wolltet noch was nachnudeln …

Nadja: Genau. Der Pastafarianismus ist, so viel ich weiß, weltweit die einzige Religionsgemeinschaft, in der man auch so richtig kinky sein darf, wenn man das möchte. Arrrgh! Auch bei Menschen, die sich der LGBTIQA+Community aufgehoben fühlen, ist der Pastafarianismus besonders beliebt. Humanistische Werte wie Offenheit, Toleranz, Gleichberechtigung und wahre Nächstenliebe liegen uns Pastafaris sehr an der Nudel.*

It won’t get noodlier: I, Pastafari. 2019-Documentary by Michael Arthur about that yummy-holy Church of the Flying .. you know …
(Foto: I, Pastafari / Bread Bag Boot LLC)

Big Noodle in Little Austria

MGB: Bleibt Euch neben Eurem hochgeistigen Amt noch Zeit für nicht-geistige, also geistlose Aktivitäten oder Passivitäten? Und falls ja, welche sind das?

Nadja: In erster Linie konzentriere ich mich darauf, dass all meine Bedürfnisse befriedigt werden, denn wie heißt es immer so schön? Happy Wife, Happy Life! Mit Bier und Pasta** sind schon mal die wichtigsten Grundbedürfnisse des täglichen Lebens abgedeckt. Wenn ich dann noch zu ausreichend Schlaf, Anerkennung und Sex komme, dann fühle ich mich pudelwohl, sehr ausgeglichen, völlig zufrieden und tiefenentspannt. Ich bin überzeugt davon, dass die pastafarische Lebensweise extrem erfüllend ist. Zudem ist das mit Sicherheit auch einer der Hauptgründe, warum die Pastafaris so friedlich sind und es noch nie einen Religionskrieg im Pastafarianismus gegeben hat.

MGB: Dann wünschen wir diesem abgefuckten Planeten, dass die Pastafari-Gemeinschaft kräftig wächst. Welche Wunder- und Missionsaktivitäten plant Ihr für dieses Jahr?

Nadja: Diese Frage kann wohl nur das Fliegende Spaghettimonster beantworten und steht noch in den Sternen geschrieben. Ich werde jedenfalls ehrfürchtig dafür beten, dass wir gut, gesund und mit viel Spaß, Bier und Pasta durch diese Pandemie kommen. Wenn wir diesen Scheiß also tatsächlich gut überstehen und wieder in die geläuterte Nudelnormalität zurückkehren können, dann verdanken wir das mit sehr großer Wahrscheinlichkeit dem Fliegenden Spaghettimonster. RAmen!

MGB: Cheers my Noodlies, and may the sauce be with you.

Hand- und Fußnoten:

*) vgl. FOM Nadja Entners Beitrag Sex, Gender, and Pastafarianism

** Ein Nudelrezept der außertomatischen Art präsentiert die Fast Oberste Maccherona Nadja Entner persönlich in diesem spaghettimonsterscharfen Kochfilm: Pastafari Austria Rezept: Bloody Octopus by Pasta Pirate

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