Bravetart: 1. Glenmunchies

Ein Highlands-Monster-Offroad-Whisky-Musical

You can leave your head on: Oh no, Sir Joe Connor MacLeod. Not if you’re a fucking Highlander on your fucking way to the big fucking sleep.
(Foto/Artwork: Munich Globe Bloggers)

Verglichen mit diesem Monster ist unser Nessie ein schnuckeliges Plüschrobbenbaby.

Malt McGrog, Seebär

Who wants to live forever? Definitely this guy. Beim Element! Ein Seebär nach meinen Geschmack. Im Torffeuer geräuchert, von den urgewaltigen Hebriden-Fegern gegerbt, mit Highland-Single-Malt-Whisky konserviert. Die Pfeife ankerte admiralesk zwischen seinen Zähnen. Und die Jukebox begann unaufgefordert zu brummbären. We Have All The Time In The World. Echte Highlander sind dermaßen unsterblich, dass sie den Weg ins Jenseits nur finden, wenn sie vorher den Kopf verlieren. Wie in der Filmserie aus den untoten 80ern.

„Call me Malt“, sagte der Seebär nach einer Ewigkeit. Inzwischen waren wir tief gesunken. Bis auf den Grund des moorweichen Sofas. Unser Pub The Drunken Seahorse hatte sich in einer Burgruine eingenistet, irgendwo am Loch Killin‘. „Wir haben ein Monster. Direkt aus der Hölle. All it does is kill and eat. Menschen, Robben, Kyloes, Schafe. Sogar Touristen.“

Nessie’s big big brother?

Die Highlands sind ein Laufsteg für Legenden und Fabelwesen. „Nessie?“ Das Lachen des Seebären donnerte über mich hinweg wie ein gewaltiger Brecher. „Das Ungeheuer von Loch Ness lebt. Aber verglichen mit diesem Monster ist unser Nessie ein schnuckeliges Plüschrobbenbaby.“

Ich konnte meine Neugierde kaum zügeln. „Wie heißt der Vogel? Wie sieht er aus? Welche Danger-Gimmicks hat er am Start?“ Wieder verstrich ein gefühltes Jahrhundert, ehe Malt antwortete. „Keiner weiß es und wir nennen es nicht beim Namen.“ Sein Gesicht wirkte nun ebenso zerfurcht wie die Felsen, an denen die Nordseewellen gierig nagten. „Jeder, der das Monster erblickt hat, ist für immer verstummt.“ In den letzten Schlieren Tageslicht schimmerte die Küste mit der geheimnisvollen Poesie eines Alexander-Nasmyth-Gemäldes.

The sniper at the gates of dawn

Die nächsten Tagen und Wochen verfolgten wir die Spuren des Monsters quer durch die Highlands. Bei einem bewaffneten Rundgang in einer namhaften Whisky Brennerei erbeuteten wir die letzten drei Fässer Single Malt. Den Rest hatte sich die Bestie in die Kiemen geimpft. Schluss mit Einhornstreichel-Pädagogik! Das Monster brauchte Grenzen.

Taucher wollten das Ding bei den Bummer Islands gesehen haben, vor dem stillen Örtchen Skullapool. Beim Kegelrobben-Frühstück. Doch niemand konnte das Untier beschreiben. Das klang alles ähnlich küstennebulös wie bei den Nessie-Sichtungen. Vorläufig hielt ich Ausschau nach einem dudelsackförmigen SUV mit Haifischgebiss und Alien-Klauen. Ein Wolpertinger von der Eckbank John Carpenters. Auf einem Q-gepimpten High-Tech-Combat-SUP-Board bügelten wir die Wellen vor der schottischen Küste. Bereit, der Bestie die tödlichen Augen für immer zu schließen.

Cause there’s a monster lurking under my board
ready to rip off my head
and burping louder than all thunder
rocking the Highlands like Franz Ferdinand

In meiner Vorstellung cheerleaderten ein Dutzend pinkfarbene Mini-Cartoon-Versionen des Monsters über das Wasser. Mit Megaphonen und Pompoms.

(Weiter zur zweiten Folge: Bravetart. 2. McSlaughter)

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