„Amerika, alles aussteigen!“

Pfannkuchen make the world go round

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Anker her. Reisen, wie es sein soll: spontan, fahrtwindig, abenteuerlich (Cover: Carlsen Verlag)

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Anker her. Reisen, wie es sein soll: spontan, fahrtwindig, abenteuerlich (Cover: Carlsen Verlag)

„Wir reisen in 50 Tagen um die Erde, und wenn ihr bei unserer Rückkehr immer noch Schwarzer Peter spielt, habt ihr 100 Pfannkuchen verloren.“

Eine kuriose Reise beginnt mit einer Wette. Das war so bei Kühlschrank-Tony, der mit seinem coolen Amigo in einem Monat um Irland trampte. So war es bei Jules Vernes Held Phileas Fogg, der in 80 Tagen um die Welt raste. Petzis Einsatz sind Pfannkuchen. Damit ist eigentlich schon klar, dass er die Wette gewinnt. Bei aller Planlosigkeit. Denn Petzi und seine Freunde laufen einfach los. Wie feuchtgrünohrige Bin-dann-mal-weg-Teenager. Aber damit ist Petzi ganz nah dran am Geheimnis des Reisens. Fernweh is my cup of plan.

Petzi reist gerne. Und viel. Meist mit dem selbst gebauten Dampfschiff Mary. Fast ein Wunder, dass er nie Tim und Struppi trifft. Die sind auch ständig unterwegs. Bei so vielen Abenteuern wird die Auswahl schwer. Aber das hier ist selbst für Petzi very special. Country-hopping de luxe. Und das ohne seine geliebte Mary. Sein Weltvertrauen ist magic, die Message grandios: Es gibt immer jemanden, der dir weiterhilft. Sind das nicht die schönsten Momente beim Reisen? Fremde zu treffen, die dir aus irgendeinem wundervollen Gefühl der Verbundenheit neue Flügel anheften? Ein Pampabahnhofsvorsteher leiht Petzi seine Draisine, weil der nächste Zug erst in einer Woche fährt. Ein Chinamann schenkt der Petzi-Gang sein Ruderboot, damit sie das ausgelaufene Schiff noch einholen können.

Beim Rasen, so heißt es, sieht man die Welt nur in Streifen. Aber Petzi macht diesen Nachteil wett. Einem schniefigen neuen Freund, der ihn von Indien bis Amerika begleitet, putzt Petzi immer wieder die Nase – so viel Zeit muss sein. Und einige der Transportmaschinen sind aus heutiger Sicht durchaus gemütlich: Ballon, Draisine, Ruderboot. Nebenbei ist diese Reise sehr sehr lustig. In China fliegen Petzi und seine Freunde mit einem Drachen. „Ein tolles Flugzeug! Ihr seid sehr modern in China“, lobt Petzi. Der Chinamann bedauert ihre Eile: „Schade, dass ihr weiter müsst! Ich hätte euch gerne Milchreis gekocht!“

Carla und Vilhelm Hansen: Petzi reist um die Erde. Carlsen Verlag, 1960, 7. Auflage 1974.

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