Abide like hell!

Interview mit Dudeismus-Gründer Oliver Benjamin (2)

Munich Globe Bloggers (MGB):  Interview mit Dudeismus-Gründer Oliver Benjamin (Teil 2)
The Tao of the Dude: If your carpet doesn’t fly, lift your spirit to the sky.
Verweilverkünder Oliver Benjamin ready for take-off
(Foto: Dudeism LLC / Dudeism.com)

Ratschläge anzubieten ist schließlich ganz schön anmaßend. Aber wenn man auf so was steht, ist Taoismus ziemlich groovy.

Oliver Benjamin, Founder of Dudeism

(Hier geht’s zu Folge 1 des Interviews: Dude it like Lebowski!)

What the dude?! Yep, wir broilern immer noch den Dudely Lama alias Oliver Benjamin auf unserem roten Sofa. Sein Big-Lebowski-inspirierter Dudeismus is exactly our cup of Abhänging. Im zweiten Teil unseres Chats geht es um den Unterschied zu anderen Erleuchtungslösungen und ob der Dudeismus ein Weg ist, um cool zu bleiben im Angesicht des Donaldismus. Und damit wir meinen nicht Donald aus Entenhausen. Also lest und verweilt, Leute!

Munich Globe Bloggers (MGB): Die Welt ist massiv im Arsch. Und überall regieren Blofelds, Dr. Nos, Goldfinger und Elliot Carvers. Ist Dudeismus ein formidabler Weg, um diesen Bullshit zu ertragen und die Welt zu retten oder sie zumindest nicht zurückzulassen wie einen vollgepissten Teppich?

Oliver Benjamin/The Dudely Lama (OB/TDL): Würde jeder Mensch etwas mehr Dude-Haltung annehmen, wäre das sicher ein Anfang, um einander besser zu verstehen. Das würde die Tür öffnen für weit lohnendere und erhellendere Gespräche. Der Film-Dude ist so einzigartig, weil er es schätzt, dass er von seinem Umfeld viel lernen kann, statt mit der „Ich weiß schon alles“-Einstellung aufzutreten. Diese aufgeschlossene, vorurteilsfreie Haltung zeigt er bei jeder Begegnung mit Leuten, egal wie sie ihm gegenüber auftreten. Daher kann er von jedem lernen und vermeidet, dass sein Ego der eigenen Entwicklung im Weg steht.

Pastafarianismus ist cool

MGB: Bleiben wir bei der Religionsanalogie: Die Jesusleute haben ihr Fegefeuer (warm und gemütlich, besonders bei einem zapfigen Winterbastard), die Muhammadmen haben ihre Virgins (Welche Benefits bekommen eigentlich nicht-lesbische muslimische Frauen?) und Buddhisten ihr hipster-grunchiges Nirvana. Welche Rewards verspricht der Dudeismus seinen Followern für ein Leben im Verweilmodus? Ein selbstfüllendes Glas mit dem Getränk deiner Wahl? Einen Teppich, mit dem du dich überall zu Hause fühlst, egal wo du bist?

OB/TDL: Dudeismus ist insofern einzigartig, als es dir überhaupt nichts verspricht. Im Dudeismus ist das Praktizieren von Dudeismus quasi seine eigene Belohnung. Wenn wir lernen, einfache Freuden zu genießen und zu erkennen, wenn wir lernen, uns zu entspannen und eine ruhige Kugel zu schieben, wenn wir uns mit geschmeidigen Kollegas zusammentun, bereichern wir unseren Alltag. Und wir brauchen kein Versprechen von einem Paradies danach. Das Paradies ist genau hier, genau jetzt. Im Hier und Jetzt ist es quasi verdammt cool.

MGB: Klassische Religionen sind vollgestopft mit anmaßendem Bullshit. Zudem fehlt es ihnen an solider Coolness und Dude-Style. Kennst du irgendeine andere Religion, die dem Dudeismus das Wasser oder besser den White Russian reichen kann? Vielleicht der Pastafarianismus alias Kirche des Fliegenden Spaghettimonsters?

OB/TDL: Der Pastafarianismus ist cool, aber er ist mehr eine Parodie auf bestehende Religionen. Die Pastafaris beanspruchen nicht wirklich, dir irgendwelche Lebenshilfe zu geben, und das ist cool. Ratschläge anzubieten ist schließlich ganz schön anmaßend. Aber wenn man auf so was steht, ist Taoismus ziemlich groovy. Der Dudeismus basiert in der Tat größtenteils auf Taoismus und Buddhismus. Allerdings mit mehr Spaß und popkulturellen Referenzen.

(Weiter zu Folge 3: All you can dude)

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