What the Vlad?!

Serie: What’s up, Dude? (Episode 1, Folge 1)

A different kind of Jaws: Somewhere between that giant white hungry fish and that highly inconspicuous henchman with the slo-mo brain and the heavy metal smile, facing James Bond in Moonraker and The Spy Who Loved Me.
(Artwork: Munich Globe Bloggers)

Moonrise is my sundown.

Dracula (Diary of a Goddamn Mothersucker; unpublished)

Die Serie

Von Zeit zu Zeit entpoppen den Untiefen des Universums noch spleenigere Typen als wir. Bei aller Chillness und Geht-mir-alles-so-was-von-am-Spiralnebel-vorbei-Attitüde hat die kosmische Blackbox einen fast schon alkoholhaltigen Sinn für Humor und ein mindestens vierdimensionales Faible für Charakter. Finden wir kolossal cool. Nimmt uns den Kasperldruck von den Schultern. Und fegt uns die Arbeit vom gepolsterten Schreibtisch.

Der letzte Satz stimmt nur halb. Eben diese Spleeners – we call ’em Dudes – abonnieren unsere professionelle Beachtung. Und weil wir aus jedem Scheiß eine Serie machen, bekommen auch diese hirnverlesenen Dudes ihre Serie: What’s up, Dude? Jede Folge würgt sich zusammen aus einer gefühlten Insiderstory plus knalltütenhartem Verhör-Quickie.

Pfuhlinho

Graf Vlad III. Draculea, Jahrgang 1431, war in frühen Jahren eine richtig wilde Fledermaus. Mit dem Kindersarg, den er zu seinem sechsten Halloween bekommen hatte, paddelte er durch die wildwässrige Krolockschlucht in den transsilvanischen Alpen und lieferte sich auf den beschneiten Berghängen Sargschlittenrennen mit seinem buckligen Lakaien Terry „Downgrade“ Koukolores. Außerdem pinkelte Vladdi vom höchsten Turm der elterlichen Burg gigantische Phalli in den tiefen, weichen Schneeteppich. Respect-Credit-mäßig strahlte er sich damit in unerreichte Höhen. Der Absturz kam prompt. Wegen eines eingefrorenen Hinterns versagte ihm auf dem Schuldonnerbalken die Sensomotorik und er fiel in die olfaktorisch subattraktive Grube: Das Gelächter war von da an sein treuester Begleiter. Und sein neuer Spitzname: Pfuhlinho.

Vladman rises

Er selbst nannte sich lieber Vladman. Dennoch gefiel ihm diese Art der Aufmerksamkeit und er beschloss, Humorist zu werden. Allerdings hatte Transsilvaniens selbst ernannter Spaßflattermann eine eher rustikale Auffassung von Humor – selbst für ländliche Gebirgsgegenden. Sie traf nur bedingt den Geschmack des globalen Lachmarktes – ein paar schauerromantisch veranlagte Inquisitoren ausgenommen. Da Vladman im Nebenjob Diktator war, konnte er sich das leisten. Das Wort „Diktator“ ist abgeleitet vom englischen Wort „dick“ und dessen Bedeutungen „Schwanz“, „Penis“, „Depp“, „Arschloch“. Anders als bei „Depp“ oder „Arschloch“ ist der Zusammenhang zwischen Diktator und „Penis“ ironischer Natur. Denn Diktatoren sind zwar äußerst fixiert auf ihre Nano-Technik, aber sie funktioniert halt nicht. Selbst mit fiesen Drohungen lässt sich der slackerhafte Diktatoren-Dick nicht zu einer Strammsteh-Übung bewegen. So gesehen ist die Würmchen-App das einzig gechillte an einem Diktator. Quasi: Hängt ab wie ein Student.

Dickeria

WG-Küchen-psycholgisch erklärt sich hiermit ganz cheesy-sleazy Vladmans Leidenschaft für Pfähle und Phallussymbole. Lebenswichtig wird, was man in jungen Jahren am meisten vermisst. Für einige Zeit wurde Transsilvanien zum „Land des Gelächters“. Tiefsinnige Vlad-Witze wurden der Renner. „Ja in Transsi gibt’s an Witzbold, der muss ganz was Spaßig’s, sein / dem schläft sein kleiner Freund schon vor dem Poppen ein, Graf Dickeria, Graf Dickeria / Dick-dick, Dick-dick, Dickeria“, trällerte ein lokales Troubadour-Ensemble und spottete sich damit in die Off-the-Record-Hitparade. Offiziell durfte nur über Witze gelacht werden, die Vladman selbst erzählte oder performte.

(Weiter zu Folge 2: Bat Moon Rising)

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