Wunderando (2)

Der große MGB-Heiligencheck

Munich Globe Bloggers: Wunderando. Der große Heiligencheck.
It’s tough as hell to become a damn saint. No job for candy-asses, Porsche pussies, and gun nuts. You’ve gotta take it like Rocky. Or Saint fucking Jimmy.
(Artwork: Munich Globe Bloggers)

Google-Toni ist vermutlich der einzige christliche Heilige mit praktischen Mehrwert.

Munich Globe Bloggers – Saints Department

(Hier geht’s zur ersten Folge: Wunderando 1)

Antonoogeln

Damit sind wie bei Platz 10 unseres Rankings: Sankt Antonius von Padua (13 Jh.).

Antonius alias Google-Toni ist vermutlich der einzige christliche Heilige mit praktischen Mehrwert. Seine Zuverlässigkeit, verlorene, verlegte, vermisste Gegenstände, Menschen, Tiere und Pflanzen aufzustöbern, genauer gesagt, Augen, Nase, Ohren oder Finger des Bittstellenden direkt zum vermissten Objekt zu lenken, ist unerreicht. Antonius liefert treue Ehepartner im Minutentakt, versaut Schlüsseldiensten das Geschäft und stellt sofort die Weichen um, wenn ein Bittsteller in den falschen Zug eingestiegen ist. Seine Responsequote liegt bei 99 Prozent (und das lange vor Glasfaser, Satellitendings, 5 G und all dem Scheiß), während beispielsweise die global sehr viel häufiger angerufene Jesusmom Maria nur eine Gebetserfüllungsquote von weniger als 5 Promille wuppt. Das hat Toni einen Eintrag im Duden beschert: Suchen heißt jetzt antonoogeln.

U2, Toni!

Damit wäre Antonius eigentlich sehr weit vorne platziert. Leider hat dieser Mann eine große Schwäche, die wir schon Äonen vor #MeToo als absolut no-goig empfanden: Anmaßung. Antonius’ durchaus berechtigte Unzufriedenheit mit dem einheitlichen Himmelheiligentarif (HHT) als bester Serviceprovider rechtfertigt keinesfalls, dass er in seiner Hauskirche, der Basilica di Sant’Antonio in Padua, immer wieder versucht, suchhilfebedürftige Klientinnen zu überreden, seine Statue auf Beckenhöhe zu streicheln oder ihr Empfängnis-Department vor seinen Steinaugen zu enthüllen. Das geht so was von gar nicht, Toni! Von Pfaffen und anderen Kirchenmännern sind wir ja einiges gewöhnt – und wenn die Ladys das von sich aus machen, nur zu, wir sind keine Spießer. Aber Hilfsbedürftige dazu auffordern, selbst wenn dabei keine physische Gewalt angewandt wird, da hätte Toni in einem modernen Unternehmen mit Diversity Management schlechte Karten und so manchen Tadelstempel in der Personalakte. Es grenzt fast an ein Wunder, dass sein Name in der Me-too-Debatte nie aufgetaucht ist. Offenbar hat Antonius Verbindungen zu höchsten Kreisen (oder vielmehr Greisen).

Mr Big

Leider fällt Google-Toni dank seines Analogfindehilfsmonopols und seiner Performance-Effizienz unter die Kategorie „too big to fail“. Bei allen moralischen Verfehlungen können wir einen Performer wie Antonius nicht völlig außen vor lassen. Das ist, als würde ein Regierungsvertreter eine andere Regierung rügen, sagen wir wegen Menschenrechtsverletzungen, wo sich doch andererseits prima Geschäfte mit diesem Staat machen lassen. Unsere moralische Empörung artikulieren wir also durch ein augenzwinkerndes „Pfui!“ und einer niedrigeren Platzierung als Sankt Antonius rein technisch verdient hätte.

Quickfacts

  • Heiligenschein-Leuchtkraft: 50 ÄW (Ätherische Watt); entspricht 1,5 Halloweenkürbissen
  • Anrufungseffizienz: 99 %
  • Wunderreichweite: Erde; Bonuslocation: Mond (seit 1969)
  • Torture-Level: 0 (Penaten-Hintern)
  • Instagrammability: Zero.
  • Kernkompetenz: Analogsuchmaschine
  • Bonus Skills: Fischlatein, Amputations-Cancel-Culture, Squirrel-Sermons, Deep-Reanimation.
  • Künstlernamen/Nicknames: Fishes’ Fritz, Google-Toni, Looky, Paduator, Snoopydoobidoodog
  • Autobiographie: I came. I saw. I found.
  • Powerslogan: Every Toni-Call a Hit. / You better call Toni.
  • Jubelgeste (bei erfolgreichem Wunderabschluss): Zeigefinger der rechten Hand zeigt gen Himmel, die linke Hand formt der Surfergruß (Shaka).
  • Lieblingsbuch: Talking to Fish for Dummies
  • Lieblingsfilm: I found Nemo (Kurzfilm)
  • Lieblingssong: Toni Blues aka Lost and Found (The Kinks)
  • Lieblings-App: Pokémon Go
  • Bevorzugtes Rauschmittel: Franziskaner Weißbier
  • Höchste Competition Platzierung: Sexiest Monk Alive – Platz 13 (im Jahr 1231)

(Hier geht’s zu Platz 9 unsere Heiligenrankings: Wunderando 3)

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