Planet to go. Down.

Fucked. No. F u c k e d ! Und zwar auf jede unsportliche Art. Sorry, Erde! Der Mensch mag ja im Grunde gut sein, aber wie er dich behandelt, ist ganz schön scheiße.
(Cover: Katapult / Suhrkamp Verlag)

Der Mensch macht 0,01 Prozent der gesamten Biomasse der Erde aus und ist trotzdem ein unvergleichliches Arschloch allen anderen gegenüber: …

Katapult: 102 grüne Karten zur Rettung der Welt

Ein lustiges Magazin. Nein, ein fieses Magazin. Okay: lustig und fies. Kommt aus der Zone. Da wohnen die Leute, die nach dem DDR-Kollaps nach Kapitalien pilgerten. In den Tempeln, die dort „Banken“ genannt werden, fragten sie: „Gibt es hier keene Dschigiddoas?“ Gemeint waren die gelben Südfrüchte mit dem blauen Etikett. Davon haben sie jetzt genug. Und können sich in aller Ruhe der Zerstörung des Planeten widmen. Wie (fast) alle anderen auch. Oder lieber der Hirnspeisung. Wie Katapult, das Magazin für Eis, Kartografik und Sozialwissenschaft.

What the fact?!

Vergleiche. Zusammenhänge. Ursache und Wirkung. Quasi „Fakten, Fakten, Fakten“, um die Eigenwerbung eines Münchner Arschmagazins zu zitieren, das dann statt der angekündigten Fakten nur neoliberale Diarrhö absonderte. Auch das Katapult-Konzept „viel Bild, wenig Text“ schleudert Assoziationen mit einem anderen Fäkalprintmedium auf den Inside-Monitor. Bleibt zum Glück nicht länger liegen als der Münchner Klimawandelschnee. Manchmal wird aus dem Magazin ein Buch. Wie dieses hier: 102 grüne Karten zur Rettung der Welt.

Mit dem ersten Aufschlagen knipsen die Katapult-Karten die Synapsenfunzel an. Und es ward fucking Licht!

Eine der fiesesten unter all den fiesen Grafiken:

Haie vs. Menschen 2018.
Von Menschen getötete Haie: 100.000.000-273.000.000.
Von Haien getötete Menschen: 4.

Jemand zu Hause?

Und immer wieder diese charmanten Kopfklopfer für Homo arschiens. „Hallo, jemand zu Hause?“

Sieht so aus:

Wären die Ozeane nur voll Bier!
(Grafik aus: 102 grüne Karten zur Rettung der Welt; Katapult /Suhrkamp Verlag)

Und so: Dinge, die anbrennen. Drunter: Wald.
Seite gegenüber: Dinge, bei denen uns das stört. Drüber ’ne Pizza.

Andererseits auch Karten, die zeigen, wie einfach es wäre, einigermaßen planetenfreundlich zu leben, wenn Politiker weltweit (und deren Wähler) nicht durchweg ignorante Arschlobbylover wären. Diese Karten tun fast noch mehr weh.

Schon klar: BIPisten, Donaldisten, SUVisten und andere Müllspender sind grandios unterrepräsentiert in der Redaktion. Wäre es anders, hätte das Magazin nur vier oder fünf Buchstaben im Titel. Und wäre total scheiße.

Katapult: 102 grüne Karten zur Rettung der Erde, Suhrkamp Verlag, 2020

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