Proll. Proller. Offenbach-Syndrom

Quirkypedia – MGB’s Discovery Channel (3)

We see things you wouldn’t believe: Fish and chips with vinegar under the bowler of John Steed
(Foto: Munich Globe Bloggers)

Come to where the savage is, come to Offenbach.

Tourismuswerbung, 80s

Have a breakdown, have a Pitbull. Offenbach.

Tourismuswerbung, 90s

Every hell has an entrance. Take the nearest. Offenbach.

Tourismuswerbung, 00s

Hurts better than it sounds. Offenbach.

Tourismuswerbung, 10s

Offenbach? Muss man nicht kennen. Nicht mal vom Weghören. Das stille Örtchen tagediebt irgendwo im fiesen Hessen, auf einer stehgepinkelten Linie zwischen den Fiescitys Sumpfgart und Ödefeld. Noch unbekannter als der Ort selbst ist eigentlich nur das Offenbach-Syndrom (OFSY). Quasi der ungeborene Bruder des Jerusalem-Syndroms (JESY).

Gedächtnis-Rollator: Das Jerusalem-Syndrom befällt glaubensanfällige Touristen in der Nahostcity. Spirituell enthemmt durch die religionsverpestete Stadtluft halten sie sich plötzlich für einen Chefgott oder einen der zahllosen hierarchisch etwas niedriger angesiedelten Heligenscheinständer. In Offenbach bewirkt die prollgeschwängerte Stadtluft bei Besuchern mit intellektueller Unbedarftheit ein ähnliches Phänomen: Touristen, die zu lange Offenbacher Eau de Prolo atmen, halten sich plötzlich für einen Messias der Trashkultur: Jackass, Borat, Nobby Grimsby. Diese Liga.

Wie einst Austin Powers

Entdeckt wurde das Offenbach-Syndrom vom Frankfurter Stehkneipologen und Prollologen Dr. Gordon Klein-Feigling bei einem zufälligen Selbstversuch. Auf dem frühmorgendlichen Nachhauseweg von seiner Frankfurter Praxis war Dr. Klein-Feigling auf seinem Fahrrad eingeschlafen und unbemerkt bis Offenbach weitergefahren. Als er seine vermeintliche Wohnung aufsperren wollte, passte der Schüssel nicht. Er drehte eine Runde durch die Gegend, um sich zu orientieren. Binnen einer Stunde verwandelte er sich in einen Mega-Proll. Sein nackter Hintern wurde von jeder zweiten Blitzampel aufgezeichnet. Als er mithilfe der Bahnhofsmission und engagierter Hirnspender wieder in Frankfurt war, fiel der Prollwahn von ihm ab wie ein schlecht geklebtes Austin-Powers-Brust-Toupet.

Operation OF Confidential

Die Munich Globe Bloggers wollten es genau wissen. Operation OF Confidential. Zwei Einweg-Praktikanten wurden nach Offenbach geschickt. O. sollte ein psychologisches Reisetagebuch führen, F. sollte ihn beobachten.

Interessant. So ungeleckt. Eine Mischung aus Detroit und Beirut. Nur kleiner …

O’s Tagebuch: Tag 1

O. verhält sich touristisch neugierig. Mit latenter Entwicklungshelfer-Attitüde …

F.’s Beobachtungsprotokoll: Tag 1

Geil, was hier weggegrillt wird. Voll die Dönerspießer …

O.’s Tagebuch: Tag 2

O. wirkt inspiriert, fast solidarisch. Ein Hauch going native …

F.’s Beobachtungsprotokoll: Tag 2

Pitbull verleiht Flügel …

O’s Tagebuch: Tag 3

Schwer geworden, ihm zu folgen. Ständig verwechsle ich O. mit einem der unzähligen Jogginghosler und Jack the Feinrippers … Fuck, jetzt singt er auch noch: „Kniet nieder, kein Gezeter – vor Euch steht der Porsche-Peter.‟

F.’s Beobachtungsprotokoll: Tag 3

Das genügte. Ein intellektuelles Spezialkommando wickelte O. in Le-Monde-Feuilleton-Seiten, verabreichte ihm eine 5-promillige Habermas-Infusion und schaffte ihn sicherheitshalber ins lackaffige München. Am nächsten Tag war O. geheilt.

Fazit: Das Offenbach-Syndrom ist ein barbarischer Reise-Gegner, aber schlagbar.

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