Dublin’s Quirky Seven – Das Special (2)

Vom Beer-Totaler zum Greet-Totaler: Der Dubliner grüßt mit jedem Körperteil (Foto: Munich Globe Bloggers)
Vom Beer-Totaler zum Greet-Totaler: Der Dubliner grüßt mit jedem Körperteil (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1) Das Kleeblatt-Logo der Dublin Greeters kommt ein bisschen psychedelisch daher, wie mit dem Finger in Guinness-Schaum gemalt. Kosmisch angehaucht. Hat was. Und allemal besser als von einer Schnapsfahne umflattert zu werden. Wir wollten uns eigentlich einen Dublin Greeter schnappen und mit ihm eine Runde durch seine Hood drehen. Greeters, das sind Leute, die Reisenden ihre Lieblingsplätze der Stadt zeigen. Für ein Schulterklopfen. Die Idee aus New York hat sich rumgesprochen. Auch zu uns. Wir Munich Globe Bloggers haben die Greeters natürlich schon vor Jahrhunderten unter Post-its abgelobt und in unseren Kulturbeutel gesteckt. Die Dublin Greeters sind noch relativ neu. Und stecken schon in einer Earlylife Crisis. „Kleine Volunteer-Flaute”, meint Béranger Morel. Der pfiffige Franzose hat das Projekt vor einem Jahr aufgezogen. Also tun wir einfach so, als hätten wir einen Greeter und folgen diesem imaginären Guide durch die Straßen. Quer durch Dublin. Immer hinter den unsichtbaren Füßen eines Geistes her.

Nach längerem Asphalt-Trotting stehen wir vor einer schneeweißen Art-Decó-Hütte. „Oha, Archer’s Garage! Cooles Gerät.” „Verdammt, ihr kennt schon alles. Habt ihr mal in Dublin gelebt?” Eben waren wir in den Iveagh Gardens und in der neuen Govinda’s-Filiale zwischen St. Stephen’s Green und Merrion Square. „Nope”, sagen wir synchron. „Aber wir haben den neuen Dublin-Reiseführer von unserem Chef dabei. Und das Ding ist gar nicht so uncool wie wir dachten.” Zum 50. Geburtstag wurde das Autohaus Archer’s Garage von einem geldgierigen Hotelsack abgerissen. Trotz Denkmalschutz. Das Gericht zwang den Hotelgeldsack, das Ding wieder hinzustellen. Stein für Stein. Na ja. Groovt lange nicht wie das Original. Aber lieber die lausige Kopie einer coolen Hütte, als noch so ein unpersönliches Beton-Glas-Watschengesicht. Endlich könnten wir mal mit unserem Chefwissen angeben. Und dann ist niemand da, der sich das anhört. Schade, schade.

Wer einfach nur Dubliner treffen will, hüpft in den nächstbesten oder übernächstbesten Pub. Aber das ist schon etwas profan, um nicht zu sagen eigeninitiativisch. Außerdem ist da noch das offizielle Stadtprojekt City of Thousand Welcomes. Da schlürft man einen Tee oder ein Guinness mit einem echten Dubliner Aborigine oder Neu-Dub und lässt sich nebenbei in die Geheimnisse der Stadt einweihen. Schöne Idee. Klar hat Dublin auch eine dunkle Seite: Nur für hartgesottene Ohren (Niki Lauda aufwärts): Notierte Passanten-O-Töne auf Dublin Overheard in Dublin. Wir sind dann mal unterm Tisch.

(Weiter mit Folge 3)

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