Shannon Summer (6)

Irisches Logbuch: The Making-of

Volle Breitseite und zu allem entschlossen: Beim Interna-Ausplaudern und Gedanken-Exhibitionismus ist die Molly-Malone-Crew noch ungeschminkter als das fucking Gesichtsbuch
(Foto: Munich Globe Bloggers)

Der Schwitzkasten ist die Sauna des kleinen Mannes.

Munich Globe Bloggers

(Hier geht’s zum Logbuch: Shannon Summer, Teil 1).

MGB-Inside-Reporter Tamtam im Gespräch mit der Molly Malone Crew:

  • Chief Chibuku (Captain)
  • L. Zocco (Seichtmatrose & Unpaid Intern)
  • Superpam (Schwimmwesten- und Schleusen-Model).


Tamtam
: Hausbootfahren klingt für mich nach Schrebergarteln auf dem Wasser.

Zocco: Smartes Bürschchen. 100 Punkte. Das isses. Rumgurken, welterfahren dreinsehen und abends ’ne Batterie Amstel köpfen. Wie zu Hause im Garten. Aber jeden Tag ’ne neue Tapete.

Chibuku: Kleine Anekdote: Früher dachte ich immer, es heiße Strebergarten. Quasi was für Gartenstreber …

Zocco & Superpam (signalisieren Auszeit): Déjà-vu. Déjà-vu.

Chibuku: Fuck you, Crew!

Tamtam: Im Logbuch kommt eure Tour daher wie ein fucking Adventure. Mit Aborigine-Begegnungen, Havarie und Ösis versenken. Da haben die Jungs von der Post-Production ganz schön dran gedreht, oder?

Superpam: Nö. War so was von einem fiesen Abenteuer. Bier, Jungs und … ähhh … Bier.

Zocco: Die Ösis haben wir wirklich versenkt. Mental-Torpedos, Psycho-Boarding, Over-Ducking. Das volle Piratenprogramm …

Sternzeichen: Ösi

Tamtam: Und davon gehen die unter?

Chibuku: Na klar. Ösis halt.

Zocco: Chef, du bist doch selber Ösi.

Chibuku: Nur im Sternzeichen.

Superpam: Aszendent Ossi.

Chibuku: Nix da. Aszendent Schotte. Deshalb habe ich so gespart bei der intellektuellen Ausstattung meiner Crew. Ein Schwimmwesten-Model und ein Jedi-Ritter-Student, der nach zwei Semestern abgebrochen hat …

Superpam & Zocco: (winken mit jeweils zwei Mittelfingern).

Tamtam: Harmonie sieht anders aus. Die Ösis kamen gerade richtig, sonst hättet ihr euch gegenseitig versenkt!

Superpam: Darum trugen wir Tag und Nacht Schwimmwesten.

Chibuku: Ach was: Der Captain, also ich, hatte alles im Griff. Wenn die Crew gemeutert hat, hab‘ ich sie in den Schwitzkasten genommen. Danach schien wieder ein paar Minuten die Sonne.

Zocco & Superpam (verdrehen die Augen): Der Schwitzkasten ist die Sauna des kleinen Mannes!

Chibuku: Exactly. We call it Quirk-Strife-Balance.

Ösi-Bashing-Bonus

Tamtam: Wie seid ihr eigentlich bei den Iren angekommen?

Chibuku: Super. Die haben was übrig für Knallköpfe. Außerdem haben wir uns eins a vorbereitet. Jeder von uns konnte einen halben Limerick aufsagen. Was glaubst du, wie da die Respect-Credits nach oben schießen. Quasi Vollmondrakete!

Superpam: Ich war sogar in einem VHS-Kurs River Dance. Leider nur zwei Termine, dann hat sich das mit dem Limerick-Kurs überschnitten, den uns der Chef verordnet hatte. Leider kamen wir nie nach Limerick. Woanders kennt kein Schaf diese Gaga-Gedichte.

Zocco: Kostprobe gefällig?

Tamtam: Nein danke. Ich glaub’s euch auch so.

Chibuku: Jetzt hab dich nicht so. Das ist ein fucking Erweckungserlebnis. Außerdem wollen wir das Zeug loswerden.

Zocco: A young Ösi and his companion / they planned to get drunk on the Shannon / what a booze, oh, my Lord! / soon they fell overboard / and drank up half the cold river Shannon!

Superpam: Mit Ösi-Bashing-Bonus. Yeah!

„Wer’s eilig hat, wird hier nicht bedient.“

Tamtam: Hallefuckingluja! So erleuchtet war ich lang nicht mehr. Im nächsten Fasching geh ich als Weihnachtsbaum oder Neon-Reklame. Nee, als Stadionflutlicht.

Chibuku: Bei uns kannst du als Nachttischleuchte einsteigen. Wir arbeiten nämlich immer sehr spät.

Superpam: Ich bräuchte noch ein Fahrradrücklicht. Wenn du dir was Rotes anziehst, bist du engagiert.

Tamtam: Als unpaid Rücklichtpraktikant? Hallo die Enten! Aber Ernst mal über Bord! Für wen ist das eigentlich was?

Chibuku: Hausbootfahren? Ich zitiere ein Schild im Wiener Café Jelinek: „Wer’s eilig hat, wird hier nicht bedient.” Hausbootfahren, das ist Mega-Zen. Alles in Zeitlupe.

Zocco: Man merkt das nicht nur bei Überholmanövern oder Vollstofffahrten. Manchmal nuckelt man den ganzen Abend an einer Dose Bier.

Superpam: Leider gilt das auch für die erotische Ausstrahlung meiner Ringelsocken. Bis die Jungs endlich mit Komplimenten rausrückten, waren wieder schon fast wieder in Dublin.

Das Universum war gut drauf

Tamtam: Letzte Frage: Wird das jetzt euer Standard-Ferien-Modus?

Chibuku: Keine Ahnung. Das hängt an so vielen Faktoren. Finden wir wieder ein ähnlich cooles Revier? Wie setzt sich die Crew zusammen? Wir hatten sehr viel Glück: Supersommer. Superstimmung. Superrevier. Superverlauf. Kaum zu toppen. Das Universum war wirklich gut drauf.

Superpam: Der Captain musste nur jeden zweiten Tag kielholen.

Chibuku: Das heißt, „der Captain wurde nur jeden zweiten Tag gekielholt”, du Landfisch.

Zocco: Egal, Tatsache ist: So gut beträgt er sich selten. Und auf einem Boot ist es doch deutlich enger als auf dem Velo über Land oder zu Fuß durch die City.

Superpam: Vielleicht machen wir eine Jubiläumstour: Zehn Jahre danach. Aber dann brauchen wir ein größeres Schiff, weil jeder von uns für Landgänge seinen Rollator dabei hat.

(Hier geht’s zu Shannon Summer (7): Deleted Scenes)

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