Listen to the wind

Grace, Wind & Fire: The sublime performance of Tamara Weber-Fillion @ Traffic Bar, Munich (Foto: Munich Globe Bloggers)

Sie steigt auf das Fensterbrett, biegt sich das Mikrophon herunter und fängt an zu singen. Als hätte jede Bühne nur einen halben Quadratmeter Platz. Als wäre Improvisation das Analogste auf der Welt. Wisdommäßig natürlich absolutely Konfuzius. Die Kleine mit dem Hut braucht keine Minute, um das Publikum mit ihrer …

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„Amerika, alles aussteigen!“

Und wenn du denkst, es geht nicht mehr, kommt von irgendwo ein Anker her. Reisen, wie es sein soll: spontan, fahrtwindig, abenteuerlich (Cover: Carlsen Verlag)

Eine kuriose Reise beginnt mit einer Wette. Das war so bei Kühlschrank-Tony, der mit seinem coolen Amigo in einem Monat um Irland trampte. So war es bei Jules Vernes Held Phileas Fogg, der in 80 Tagen um die Welt raste. Petzis Einsatz sind Pfannkuchen. Damit ist eigentlich schon klar, dass er die Wette gewinnt. Bei aller Planlosigkeit. Denn Petzi und seine Freunde laufen einfach los. Wie feuchtgrünohrige Bin-dann-mal-weg-Teenager. Aber damit ist Petzi ganz nah dran am Geheimnis …

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Der alte Mann und das Meer

Seine Hände fliegen durch die Luft wie Oscar die Supermaus: Bau-Visonär Niemeyer (Cover: Verlag Antje Kunstmann)

Auf 104 Lebensjahre zurückzublicken, ist wie auf einem Hochhaus zu stehen. 104 Etagen über dem Boden. Eine erhabene Perspektive, um zu sehen, was ist, was nicht mehr ist und was kommen wird. Oscar Niemeyer hat viel gesehen. Schönes und Hässliches, Freiheit und Unterdrückung, Paläste und Favelas. Sein Rundumblick-Buch ist dünn, zart und luftig. Nirgendwo Geschwätzigkeit, Eigenlob oder Experten-Geschwafel. Der Nachwort-Balkon von Alberto Riva beansprucht fast so viel Raum, wie Niemeyers Haupttextgebäude …

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Western von Gestern: Der singende Pfeil

Hits the cactus: Eric Pfeils gesungener Baedeker für den Wilden Westen (Cover: Trikont)

Was soll man halten von einem Mann, der sich Eric Pfeil nennt? Wenn er Chic Arrow heißen könnte? Rick Dart. Dick Shaft. Derek and the Shotgoes. Ein Mann, dessen lyrisches Ich mehrere Sonnenbrillen besitzt? Fuck him? Yeah. Aber nur, bis man seine Mucke geschlürft hat. Die hat nämlich viel von dem Zeugs, das diesem (und inzwischen fast jedem) Sommer verdammt noch mal abgeht: Stil. Die Liebe, Der Tod, Die Stadt, …

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„Mit Mäusen ist Freundschaft möglich“

Eis? Nice one: „Die Regennässe steht als Gegenstand fest in der Luft.“ (Cover: Hanser Verlag, München)

Herzogs Reise ist eine Auferstehung des Cowboy-Mythos. Jene Tage, als Männer noch instinktiv wussten, wann sie ihr Pferd zu satteln hatten. Und wenn es so weit war, konnte nichts und niemand sie aufhalten. Der Nachruf auf jene Zeit kam 1968 ins Kino: Sergio Leones Once Upon A Time In The West. Sechs Jahre später, Ende November, geht Werner Herzog zu Fuß nach Paris. Drei Wochen lang ist er unterwegs. Ohne Plan. Nur mit Gefühl und Kompass. Paris ist im Westen. Sein Weg im kalten Dauerregen …

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