Artwork Orange – Vier Dudes in Rotterdam (4)

All you can fiets

Bolschiger Bastard von einem bezumnie Wohnbasar: Markthal Rotterdam (Foto: Munich Globe Bloggers)

Bolschiger Bastard von einem bezumnie Wohnbasar: Markthal Rotterdam (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). „Chamacos, wo qualmt das Alpaka?“ Meine drei Co-Viajeros Zocco, Babuschka und Superpam saßen auf ihren Fietsen und waren scharf und bereit für ein bisschen gechilltes Citycruisen, was so was war die Tulpistan-Variante vom alten Easy Rider mit Peter Fonda und Dennis Hopper. Superpam aktivierte ihre Superschlot-Voice und qualmte uns Born to Be Wild vom stari Pampa-Schakal in die Soundfenster, dass wir dachten, jemand habe Janis Joplin aus der ewigen Route 66 herüber geklont. Es klang nach verdammt großer Freiheit. Erst recht auf diesen wie Monument-Valley-roten Fiets-Highways, die so breit waren wie einer dieser bezumnie Spring-Break-Yankees. Gefietst wurde in Old Rotterdam was die Alu-Mustangs hergaben, o meine Onkels und Tanten!

Wir waren im Fietsfieber. Oranje-Malaria. Über die Willemsbrug nach Noordereiland und Feijenoord und zurück via Erasmusbrug. Mitten auf der Brücke hielten wir und spendierten dem Rotterdamer Gelehrtenveck eine flüssige Memosekunde. Kaum wieder im Sattel klingelte seine Bikeness David Byrne an meiner Alzheimerhütte. Seine Bicyle Diaries sind eine wie Symphonie auf das Fietsen in fremden Städten. „Diese Art zu sehen – schneller als beim Spazierengehen, langsamer als ein Zug, meistens etwas höher als Fußgänger – wurde im Laufe der letzten dreißig Jahre zu meinem Panoramafenster mit Blick auf einen großen Teil der Welt (…).“

Wir legten uns in den Fahrtwind wie in eine Hängematte. Und dann drehte Superpam auf, als wäre die Galionsfigur vom Fliegenden Holländer höchstselbst vom Bugspriet heruntergepoppt, um ein Dutzend Nacktburpees zu machen: „Auf, ihr Seichtmatrosen, wir strampeln nach Hamburg!“ Zehn Minuten später stemmte sich uns der Wind entgegen mit dem Motor einer bezumnie Bisonherde. „Wir sind dann wann in Hamburg?“, fragte Babuschka. „Steht vorne noch die 2?“„Kroovy-Chill, meine Droogs“, sagte ich. „Bis dahin ist Beamen eingeführt und selbst für stari Underbergsteiger wie euch erschwinglich.“

Zurück nach Monaco nahmen wir dann doch die alte Luftgurke. Unserem Grummel-Gewissen spendierten wir ein paar bolschige Schotten. Dann verkündete ich im gefechtsklaren Störtebeker-Goloß: „Droogs, auf unserer nächsten Kaperfahrt werden wir erneut einen Bike-Moloch entern. Kopenhagen ist unser Ziel!“ Dann kratzte meine Gulliver-Jukebox die windige Europa-Seeräuber-Melodie, die ganze Sturmliebe war, und da war es dann und ich fühlte den alten Burt Lancaster in mir schwingen.

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