Artwork Orange – Vier Dudes in Rotterdam (3)

King Kong und die Würfelhäuser

Rotterdam-King-Kong Bokito beteuert seine Unschuld: „Ich war's nicht. Fragt doch Gozilla!“. We know it: Häuser würfeln ist powerposh in Vangoghien – Kubushäuser (Foto: Munich Globe Bloggers)

Rotterdam-King-Kong Bokito beteuert seine Unschuld: „Ich war’s nicht. Fragt doch Gozilla!“. We know it: Häuser würfeln ist powerposh in Vangoghien – Kubushäuser (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Babuschkas Promillepegelanzeige silvesterte wie der alte Eildoktor. „Wir sollten mal tanken!“ Eine gute Idee zum richtigen Zeitpunkt. Wir flanierten gerade über Rotterdams Durstlöscherhighway Witte de Withstraat. Auf der anderen Seite stach uns De Witte Aap ins Auge. Und ins Ohr. Das Pub-Logo war so was wie ein weißer Gorilla mit Kopfsluschis. Wir pitschten ein paar von den stari Flüssigtulpen und switchten dann wieder zum vangoghigen Erleuchtungs-Hopping. An einem dieser Reklametürme erglotzte Superpam ein Rotterdam-Plakat mit King Kong auf dem Dach des Rotterdamer Empire State Buildings. Keiner von uns hatte einen passenden Reim parat.

Nächster Kunstankerplatz waren die bezumnie Kubushäuser, wie vom alten King Kong auf eine Spitze gestellte Wohnwürfel. Eines davon war ein Ansichtsexemplar für Sightwatchers und Freunde holländischer Respekt-Kanten. Neben der Dengbox saß ein Kupfer-Affe. Ich blitzte mit den Zubis zum Info-Malitschick, der mir mit seinen Studenten-Otschkys wie kompetent aussah: „Er scheint mir ein belesener Molodschoi zu sein. Verrate er mir, was es auf sich hat mit diesem Affentanz.“ „Oh“, sagte der Otschky-Malitschik, und deutete auf den Affen. „Das ist Bokito. Ein Gorilla, der vor zehn Jahren aus seinem Gitterpalast im Rotterdamer Zoo getürmt ist und eine Horrorschau von einem wie merzki Chaos aufstellte. Bokito ist eine Berühmtheit.“ Dieser Bonsai-King-Kong schien mir ein Zeitgenosse nach meinem Geschmack. Vielleicht hatte er nicht die ganze Palette Knigge kompatibler Umgangsformen im Portfolio, dafür einen ausgeprägten Sinn für Gedächtnis stützende Auftritte.

„Ganz schön schräg“, sagte Superpam und brachte mich zurück zum Kijk Kubus. Wahrlich, diese Häuser standen nicht nur wie von King Kong gewürfelt. Sie benahmen sich auch innen sehr schräg. Die meisten Fenster gingen nach schräg unten oder schräg oben. Ich hätte auf die knalligen 70s getippt, aber tatsächlich kippeln die gelben Wohnwürfel erst seit den gaga 80s. „Neumietern wird empfohlen, die ersten drei Monate eine Motorrad- oder Fahrradmelone zu tragen, weil man ständig irgendwo mit der Rübe aneckt“, zitierte Zocco aus der selbst erfundenen Bedienungsanleitung. Mit seinen Glotzi geschätzten 1,90 Meter war er besonders empfänglich für die Probleme von Zweibeinern in niedrigen, verwinkelten Räumen.

(Fortsetzung folgt)

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