Gin Diary – Episode 24

A Kind Of Magic

After kissing the girl for several hours Jimmy felt a strong urge to hum his slightly adapted version of the Fisherman's Blues: „Counting the towns flashing by / In a night that's full of sun / With wind in my head / You in my arms ...“ (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

After kissing the girl for several hours Jimmy felt a strong urge to hum his slightly adapted version of the Fisherman’s Blues: „Counting the towns flashing by / In a night that’s full of sun / With wind in my head / You in my arms …“ (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

(Hier geht’s zu Folge 1). Broox machte einen tiefen Seufzer. Dann, wie um sich etwas Mut nachzuladen, bestellte er noch zwei Flaschen Craft Beer. Diesmal Aimless Globe Hopper. Am anderen Ende der Bar warb ein Plakat für den Jim City Flea Market. Es zeigte eine Lady und einen Gentleman, vogelwild zusammengesetzt aus Flohmarktplunder – Besteck, Klamotten, ein Lampenschirm, eine E-Gitarre, ein tragbares TV-Gerät und eine Handtasche, in der eine Rose steckte – und purer Leidenschaft. Die beiden waren kurz davor, sich zu küssen. Vermutlich zum ersten Mal. Ich war tief gerührt. Es war einer dieser wundervollen Augenblicke, einer dieser kurzen, seltenen und intensiven Augenblicke, in der sich all die konfusen und widerstreitenden Kräfte, die an deiner Blackbox rütteln, gegenseitig aufheben.

„Jimmy“, sagte Broox, „ich konnte es nicht mehr mitansehen, wie du den Jimmy aus dir raus säufst. Wie auch immer es dazu kommen konnte. Ein Broox lässt einen Jimmy nicht vor die Hunde gehen. Erst recht keinen Jimmy, der dem alten Broox den Arsch gerettet hat, als der Richtung Abgrund beschleunigte.“

Ich hob eine Spockbraue. „Dann was alles nur Fake, um mich am Laufen zu halten?“

„Du meinst am Leben, Jimmy. Am Leben. Und nein“, sagte Broox. „Kein Fake. Darf ich vorstellen: The Girl alias Lady Mystery.“ Bevor ich mich umdrehen konnte, tänzelte der Duft von Blue Rose in meine Nase.

Ich weiß nicht, wie lange wir regungslos dastanden und uns ansahen, ohne, dass uns ein einziges Wort aus dem Mund fiel oder auch nur das leiseste Zucken über das Gesicht schlich.

Die Lady kam mir bekannt vor, fast vertraut, und dennoch hatte ich keine Ahnung, wer sie war, wie sie hieß oder woher ich sie kannte. War sie einem dieser Popsongs entstiegen, die ich in Endlosschleife in meine Ohren träufelte? Einem Song meiner ewigen Sehnsuchtsprovider? Leonard Cohen, Nick Drake Van Morrison.

Ihr plötzliches Lächeln durchbrach die Starre.

Sie beugte sich an mein Ohr und sagte es ganz leise. „Sorry.“ Ich schüttelte den Kopf. „Danke.“ Und dann kam dieser Moment, in dem sich alle Fragen auflösen.

Am nächsten Morgen sah ich als Erstes ihr Lächeln, dahinter die Sonne.

Ready for take-off?“, fragte sie.

Sure, Baby. Wohin?“

„Somewhere you have never travelled.“

(The End)

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