Gin Diary – Episode 17

The Way Life's Meant To Be

Future is not my cup of gin: Jimmy loved places that took him back to a time that never was (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

Future is not my cup of gin: Jimmy loved places that took him back to a time that never was (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

(Hier geht’s zu Folge 1). Berlin war voll mit den Geistern meiner Vergangenheit. Und hier gab es keinen Ort, ihnen zu entrinnen. Ich nippte an meinem ersten Gin Tonic, seit meiner Ankunft vor drei Tagen. Kein Championsmove. Die Gegenwart verschwamm noch mehr, während die Geister an Konturen gewannen. Aus dem Radio meldete sich Time-Traveller Jeffy Lynn und sehnte sich zurück nach 1981:

Ah, the ground at my feet, maybe it’s just the old street,
But everything that I know lies under

Wenigstens war ich nicht alleine. Und da war auch noch Broox, mein alter Amigo und Weggefährte. Ich schrieb ihm: Lost in space and time. Where do I come from? Where am I going? What do I hope to find?“

Broox’ Antwort war ganze Bierseligkeit: „Hey Alter, don’t give up. That’s not the fucking Jimmyway. Free your mind. Open it to contemporary beauty. Ever been @ The Tierheim in Ahrensfelde? This place will carry your memories to the future.“

Was? In ein Tierheim? Mich von traumatisierten Schildkröten anbellen lassen? No turtlefucking way. Dann entdeckte ich das Bild, das Broox mitgeschickt hatte.

Zwei Stunden später betrat ich den schmalen Betonsteg über ein Bassin mit Springbrunnen. Kreisförmige Gebäudeabschnitte als Teil eines großen kreisförmigen Gebäudes. Irgendwie Science-Fiction. Mein Memo-Scanner meldete einen Treffer. „Match! Piep, piep, piep.“ Korrekt. Dieses elegante Betonmonster war mir schon vor die Augen getreten. Nur wo?

Mir blieb keine Zeit zum Grübeln. Zwischen den Seerosen schwamm eine Ansichtskarte. Obenauf das vertraute Motiv. Mr. Burn. Ich sah mich um. Niemand. Also zog ich die Schuhe aus und watete ein paar Meter durch das seichte Wasser. Als ich die Karte erreicht hatte, rief ein Typ hinter mir: „Was machen Sie da? Sie können hier nicht einfach …“ „Ich steckte die Karte ein, parkte eine Unschuldsmiene auf meiner Visage und drehte mich um. „Verzeihen Sie, Monsieur, mir ist etwas ins Wasser gefallen.“

Das schien Mr. Wachsam milde zu stimmen. Gut für ihn. Gedanklich hatte ich ihn schon mit einem Actionheldentrick ins Bassin befördert. Das war genau die Assoziation, die ich brauchte. Ich kannte diesen Ort aus einem Film. Aeon Flux. Mittelmäßiger Science-Fiction mit Charlize Theron und sehr, sehr coolen Kulissen. In diesem Tierheim hatte ich wirklich nicht mit einem neuen Hinweis gerechnet. Als Alerty sich entfernt hatte, zog ich die Karte heraus. Die Schrift war etwas verwischt, aber das Wesentliche konnte ich entziffern.

(Fortsetzung folgt) 

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