Artwork Orange – Vier Dudes in Rotterdam (2)

Ein Platz an der Sonne

We proudly present unser neues MGB-on-tour-Office: retroposh, neo-post-arty-farty mit viel, viel Bauhaus-Karma – Sonneveld Huis, Rotterdam (Foto: Munich Globe Bloggers)

We proudly present unser neues MGB-on-tour-Office: retroposh, neo-post-arty-farty mit viel, viel Bauhaus-Karma – Sonneveld Huis, Rotterdam (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Nach zwei weiteren horrorschaumäßigen Exposities in Het Nieuwe Instituut – eine über den Invloed der gekraakten Casas auf die moderne Architekterei und eine über das transsilvanische Archiv, wo es den bolschigen Pfannenstiel des alten Yetis on the rocks zu beglupschen gab – vamosierten wir uns zu zwei tschudessni Musterexempeln des tulpianischen Funktionalismus: das Sonneveld Huis, das wahrlich auf uns herab schien wie der stari Himmelsheizpilz, und eine weitere Villa mit dem pitschigen Namen Chabot Museum, an der die Balkone klebten wie Beiboote an einem mächtigen Schiff. Abermals verneigten wir uns vor dieser baumeisterlichen Anmut und fühlten die alten Biber in uns nagen.

Sicher waren die Erfinder so was wie Geistesschwestern und -brüder der alten Bauhausbrigade in Berlin, Dessau und Weimar. Die Stahlrohrtechnik wie beim Wassily-Sessel von Marcel Breuer zog sich wie ein verchromter roter Faden durch das Haus Sonnenplatz: Lampen, Tische, die Reling im Wendeltreppenhaus und sogar das Bett reflektierten die Sonne wie Wassily. Das gab dem Bett etwas von einem Hospitalmöbel, allerdings ohne den alten Kran, wo die Beutel mit Synthemesk oder Vellocet baumelten. Auch Fliesen waren ein sehr dominantes Element in der Solarspotbude. Kacheln der schlichteren Sorte. Nicht diese vippigen Delfter Fliesen mit den blauen Windmühlen auf weißem Grund.

„Etwas steril“, zeggte Babuschka, um wenigstes ein kritisches Slovo zu platzieren unter all den sinfonischen Ahs und Ohs. „Verabschiede sie den Groll in ihrem Herzen“, sagte ich mit einer wie maliziösen Untertonspur. „Zwei Stunden ihrer Präsenz dürften die verspürte Sterilität in gepflegtes Sogo metamorphosieren.“ (Sogo stand für Sodom und Gomorrha wie die alte Bibelpartylocation). Babuschka, die so was wie ein Zen-Messie war, verdschungelte jeden Ort durch ihre wie Quilombo-Aura. Sämtliche Räume, die sie betrat, absolvierten eine psychologische Transformation. An deren Ende glichen sie karmatechnisch dem rekonstruierten Studio von Francis Bacon in der Dubliner Hugh Lane Gallery. Feng-Shui-Esos nannten dieses Phänomen vermutlich Antiraumclearing, Raumsoiling oder Raumcontaminating.

(Fortsetzung folgt) 

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