Gin Diary – Episode 09

A Sort Of Homecoming

The day after Halloween Jimmy felt like a gaunt pumpkin (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

The day after Halloween Jimmy felt like a gaunt pumpkin (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

(Hier geht’s zu Folge 1). „Steife Brise, steife Brise.‟ Käpt’n Iglo lehnte an der Reling und kaute an seiner erloschenen Pfeife. Null Chance gegen die Himmelspuste, die über das Deck fegte und alles baden schickte, was kein Seebär war. Ich winkte meinem Käppi. „See you auf Tahiti, Phoebe!‟ Wir hatten einiges durchgemacht. Klar, meine Käppi-Amitys dauerten durchschnittlich fünf Mal so lang wie meine Women-Storys – Short Storys allesamt. Meinen Respekt verzollte ich diesen Käppis mit den Namen von Kult-Hasen. Barbarella, Betty B., Emma, Ripley, Tara, Uhura, Wanda, …

Warum ich davon erzähle? Die Fähre von Liverpool nach Dublin futterte einen verdammten Nine-to-Five-Bastard. Da bleibt Zeit zum Grübeln, wenn es keinen Gin Tonic gibt und der Wind so schnell umblättert, dass ich mein einziges Buch schneller durchquert hatte, als ich „Pub‟ sagen konnte.

Irland war Neuland für mich. Den Hinweis auf der Floyd-Pappe verstand ich nur deshalb, weil mir die Stadt virtuell sehr vertraut war. Dublin war einer dieser mystischen Orte, die ich seit Ewigkeiten auf meiner Mindmap markiert hatte. X-mal hatte ich zum Sprung angesetzt, doch etwas hielt mich jedes Mal am Boden. Als wollte die Stadt mich erst einer Reifeprüfung unterziehen. „Fuck you, Mrs. Robinson‟, dachte ich nach dem vierten oder fünften Last-Minute-Flop und strich das City-Luder von der Liste.

Als ich gestern im Yellow Submarine die Message las, dauert es keine zehn Sekunden, bis ein solides „Bingo!‟ den nächsten Synapsenkrater überquerte. And in that line I’d left behind / The years, the tears, the memories and you / In …

Dublin von Thin Lizzy. Ein Song auf ihrem ersten Halbmarathon New Day von 1971. Challenge: wo anfangen? Thin Lizzy war eine Dubliner Band. Es gab tausend Ecken, wo sie herumspukten. High time, die Fernbedienung für meine Moves wieder selbst in die Hand zu nehmen. Ich war mir sicher, die Camouflage-Lady würde mich finden. Egal wo ich herumirrte. Nur sollte sie endlich den Schildkrötenmodus ablegen. Meine Vorverwesung war schon ziemlich fortgeschritten.

Ich navigierte mich zu dem Ort, den ich immer anpeilte in einer neuen Stadt. Den botanischen Garten. Eine urban Lady mit Stil pflegte stets einen fancy Gemüsezoo. Dort wuchsen die pflanzlichen Abbilder ihrer Geheimnisse.

(Weiter zu Folge 10)

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