Gin Diary – Episode 08

All Things Must Pass

Jimmy tried several ways to stop the green bus. He thought there might be John, Paul, George and Ringo on it. And loads of cheering girls (Foto/Design: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

Jimmy tried several ways to stop the green bus. He thought there might be John, Paul, George and Ringo on it. And loads of cheering girls (Foto/Design: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

(Hier geht’s zu Episode 01). Vinegar. Das Liverpool-Aroma. Noch intensiver als die Fab-Four-Aura. Eine sehr persönliche Note. Es lag nämlich an meinem Synapsen-Circuit, dass Liverpool überall nach vinegar duftete. Sobald Liverpool mein Bewusstsein berührte, legte der Aroma-DJ vinegar auf. Gewöhnungsbedürftig, aber nicht unangenehm. Und mein Designer-Arsch freute sich. Schokolade in Liverpool? Ging gar nicht. Und alles wegen Ithaka.

Ihre alienesken Beatles-Antennen empfingen alle skurrilen Poetry-Signale, die das Universum aussandte. Als wir vor einer Fish & Chips Bude anstanden, zitierte sie ein Gedicht von Roger McGough, einem der drei Liverpool Poets.

Sometimes
i feel like a priest
in a fish & chips queue
quietly thinking
as the vinegar runs through
how nice it would be
to buy supper for two

Für mich wurden sie zu den Poetry-Beatles. Bigger than love. Much bigger. Sie gaben mir immer Aufwind, ließen sich nicht vereinnahmen von einem Gesicht, einer Stimme, einem Gefühl. Sie waren wie das Meer.

Etwa 20 Minuten nachdem ich von der Greenbank Road in die Penny Lane eingebogen war, sah ich den shelter in the middle of the roundabout. Ein Typ an der Bushaltestelle erzählte mir, dass der Bau lange leer gestanden hatte, aber bald wieder öffnen sollte.

Sgt. Pepper Bistro hieß das Lokal, als ich Ende der 90er mit Ithaka davor stand, weit nach closing time. Sie wusste natürlich, worauf die Zeilen in Penny Lane anspielten. Zwei Stunden später waren wir immer noch beschäftigt. Davor hatte ich noch nie einen Song nachgespielt.

George Harrison hatte es vorausgesehen. All things must pass. Irgendwann ertrug ich diese Schönheit nicht mehr. Es war wie ein endloser Sommer. Anstatt ihn zu genießen, graute mir vor dem Ende. Der Schatten des Day After wurde immer länger.

Bevor ich den roundabout inspizierte, trank ich mir Mut an. Um die Ecke. In The Tavern Company. Ich wollte nicht schon mittags abheben, also bestellte ich crisps zum Bier. „Which flavour‟, fragte der Barkeeper. „Jim Tonic.‟ Der Barmann zog die Augenbrauen hoch wie Spock. „Sorry, private joke.‟ „Vinegar or rosemary?‟ Ein Jimmy blieb seinen Ritualen treu. Aber dieser New Jimmy war bereit zum Aufbruch. „Rosemary.‟

By the way‟, sagte der Barmann. „Are you Jimmy?‟ Ich nickte. „Jimmy Walker Jr.?‟ „Yeah.‟ Er reichte mir eine Karte. „Someone dropped this for you.‟ By Darth Vader’s pink panties. Is this the fucking Truman Show? Mein vinegarized Brain dachte schon auf Englisch. Alarmstufe Gin.

Ich fragte nicht nach, wer „someone‟ war. Vor der Sgt.-Pepper-Baustelle machte ich einen unscharfen Selfie und schickte ihn Broox. Ich hielt meinen besten Kumpel auf dem Laufenden. „Wo ist die Lady?‟, kam es zurück. „Zero. Just another postcard.‟

Ich nahm den Bus zurück zum Hotel. George Harrison on my mind. None of life’s strings can last / So, I must be on my way

(Weiter zu Folge 09)

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