Gin Diary – Episode 07

There's A Place

Scottish still life without sheep, Dudelsack and Nessie: „Ruins are my cup of love‟, Jimmy said and tried to get the beautiful little rose on his selfie while keeping the Martian tourists with their 20 m selfie stick out of the frame (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

Scottish still life without sheep, Dudelsack and Nessie: „Ruins are my cup of love‟, Jimmy said and tried to get the beautiful little rose on his selfie while keeping the Martian tourists with their 20 m selfie stick out of the frame (Foto: Munich Globe Bloggers / Tara Tulpe)

(Hier geht’s zu Episode 01). Ich war noch nicht bereit für die Botschaft. Die Karte steckte ich ungelesen in meine Tasche und wanderte ein Stück durch das angrenzende National Nature Reserve. Armageddon für Springbreaker, but ducking Heaven für Vogelspechter. Mir gefiel es auch. Kargheit berührte mich. Eine Sepia-Leinwand, auf die ich meine Erinnerungen projizieren konnte. Jimmys Privatkino. Hier cheft der Chef. Als Regisseur, Drehbuchautor, Kameramann, Hauptdarsteller und Filmvorführer.

Südlich von Caerlaverock Castle fraß sich der Solway Firth ins Land. Seine imaginäre Fortsetzung nach Nordosten markierte die Grenze zwischen Schottland und England. Von der englischen Seite der Förde grüßte der Lake District. Ich blickte hinüber und sah Jimmy as a young man. Aimless, blue-eyed and a bit kinky. But wild at heart.

Neben little Jimmy schwebte ein Mädchen. Ithaka. Ein Alien. Sie hatte eine Tiefe und Zerrissenheit, die Jimmy faszinierte. Und Angst machte. Der schönste Abgrund, in den Jimmy je gestürzt war. Ithaka und Jimmy wanderten durch den Lake District, saßen stundenlang am einsamsten Ufer des Lake Windermere und trampten zusammen nach Liverpool, um den Big Four zu huldigen. Ithaka wusste alles über sie und konnte jeden ihrer Songs an den Rillen ertasten. Ich wusste fast nichts über die Beatles, aber ich liebte ihre Aura. Die Aura einer Zeit, die es nie gegeben hatte.

Ich zog die Karte hervor. Noch bevor ich sie umdrehte, wusste ich, wohin die Reise gehen würde. „Let’s go for a fish and finger pie.‟ Ich küsste den Lippenabdruck und hielt die Karte hoch wie einen eben gewonnenen Champions-League-Pokal.

Penny Lane, das wusste ich noch, lag etwas außerhalb des Zentrums, und war so unspektakulär, dass es fast weh tat. Um ja nichts zu verpassen, was auch immer das sein mochte, lief ich die Straße von Anfang bis Ende. Wie damals mit Ithaka. Was erwartete ich? Dass ein 25-jähriger Paul McCartney aus einem grünen Doppeldeckerbus stieg und All you need is love sang, mich abklatschte, bevor er eilig um die nächste Ecke verschwand, verfolgt von einer Horde kreischender Schulmädchen? Irgendwie schon.

(Weiter zu Folge 08)

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