Planet Selfie. The Emsland-Files (5)

Lost Heimweg

Zu schön für einen Selfie: Übersee-Luder Helene, Schifffahrtsmuseum Haren (Ems) - nicht im Bild: Lord Waldemar und Papenburg (Foto: Munich Globe Bloggers)

Zu schön für einen Selfie: Übersee-Luder Helene, Schifffahrtsmuseum Haren (Ems) – nicht im Bild: Lord Waldemar und Papenburg (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Spleenofanten. Genau. Manchmal bin ich mein eigener Stichwortgeber. Wie ein Kicker, der den Doppelpass mit sich selbst spielt. Auch wenn man diesen Selfiestandort-Hype old-school-after-eight-snob-werbungsmäßig überspielt („Nun, wir tun am besten, als hätten wir’s nicht bemerkt‟), gewinnt das Emsland den gefühlten Guinnessbuch-Eintrag für die höchste Spleendichte. Nach der Puppenfrau, dem Playmobilmann, dem Gummibärchenkünstler, dem Pferdeburnout-Healer und der Marathonstrickliesel fühle ich mich wie ein Mainstream-Fuzzi, der dringend ein Spleen-Upgrade installieren sollte. Und ich dachte, im Emsland sind die Leute geerdet bzw. getorft wie jahrtausendealte Moorleichen.

Back in Papenburg. Jason Bourne entert mein Hirn. This is where it started for me. This is where it ends, sagt er beim Showdown des Films. Später springt er vom Dach eines New Yorker Hochhauses in den East River. Nicht wirklich das, wonach sich meine müden alten Knochen sehnen. Aber Papenburg passt als Startpunkt und Endstation.

Emsländischer geht’s kaum. Hinter den Auen liegt das Meer. Da stehen sie, die Emsländer, und sehnen sich nach dem fernen Ozean wie die Portugiesen nach ihren Kolonialgoldenen Zeiten. Deshalb buddeln sie Kanäle ins Moor und bauen Schiffe, die an ihrer Stelle dann in die große weite Welt fahren. Als könnten sie sich nicht entscheiden zwischen Moor und Meer. Daher auch der Anker im Wappen, neben Mispel-Blüten und Hünengrab.

Es gibt so viele Hünengräber im Emsland, dass es sich gelohnt hat, diese naturfarbenen Zyklopen-Lego-Häufchen mit einem Fernwanderweg zu verbinden. Der ca. 200 km lange Hünenweg reicht von Osnabrück bis Papenburg mit einem Abstecher von Haselünne nach Emmen in Frau-Antje-Country. Möchte gar nicht wissen, welche wanderwegweisenden Theorien Erich von Däniken dazu aufgestellt hat. Vielleicht, dass diese Megalithen früher phosphorgrün geleuchtet haben, quasi als Landeplatz-Befeuerung für die Ur-Ufos, die unseren steinzeitlichen Vorfahren Heldencomics von Alpha Centauri mitgebracht haben?

Geht’s noch beschwingender, als das Emsland zu durchwandern? Maybe. Ich spiele mit dem Gedanken, das Emsland auf dem Aluklepper zu durchmessen. Cowboy 2.0. Vor allem die Smokkelroute (Schmuggelroute) zeckt sich in mein Hirn. Klingt angenehm illegal. Außerdem mäandert der 190-km-Rundweg zur Hälfte durch Rudicarrellistan. Das könnte ich dem Chef glatt als Abenteuer unterjubeln. Yesissimo! Und Papenburg liegt auch drauf. Ein letzter Selfie mit der scharfen Seegurke Friederike von Papenburg. 

Bin dann mal weg.

(Happy End).

1 comment to Planet Selfie. The Emsland-Files (5)

  • Munich Globe Bloggers

    Helene ist natürlich auch nicht im Bild, das ist die Haren (Ems). Und vermutlich ist sie auch kein Übersee-Luder, sondern nur ein Kanal-Luder. Trotzdem sehr, sehr posh.

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