Sie nannten ihn Coucho

MGB-Travel-Lexikon: Folge 2

Strange fellows im Umlauf - MGB lüften ihr Geheimnis (Pic: Tara Tulpe/MGB)

Strange fellows im Umlauf – MGB lüften ihr Geheimnis (Pic: Tara Tulpe/MGB)

(Hier geht’s zu Folge 1). Abenteuer? Si. Aber gemütlich. Mi sofa es mi mustang. Eso. Kaum Platz genommen auf dem Einsinksattel, galoppiert der Coucho über die endlose Pampa und fängt mit einem Lassowurf so manche wilde Bierflasche. Cool. Und was hat das jetzt mit Reisen zu tun? Eso. Der Coucho ist der Prototyp des Fake-Travelers. Ein Traveler not to go alias Traveler to sit. Das Sofa dient ihm als Interface zu seiner Fantasie. Kaum berührt der Coucho-Hintern die Sitzfläche, aktiviert das Coucho-Hirn Abenteuer- und Reisefilme im Ego-Traveler-Modus. Ganz ohne Playstation.

Stapf, stapf, stapf. Tiefschneegestöber. Da, hinter dem Felsen. Ein unscharfes Ungetüm. „Is it you, Yeti?‟ Maybe eher Sacha Baron Cohen als Nobby Grimsby mit Dolby-Surround-Koteletten und Three-Lions-Trikot. Zap. Times Square by night. Die Leute queuen vor dem phosphor-grünen Laserlift zum Party-Ufo im Nachthimmel. Der Typ im weißen 70s-Glitzerfummel ganz vorne in der Schlange. „Is it you, Elvis?‟ Mayby eher Miss Liberty im Incognito-Modus. Zap. Sand. Sand. Sand. The Camel has been drinking. Da, hinter dem Dunstschleier eine Oase mit Cocktailbar, Infinity Pool und handtuchfreien Liegestühlen. „Is it you, Eden?‟ Maybe eher Fatima Morgana mit einer besonders raffinierten Mogelpackungsperformance …

Was sagt die Statistik zu diesem Heimreise-Typus? Als interstellar renommierte Recherche-Asketen verlassen sich die Munich Globe Bloggers auf gefühlte Zahlen und Fakten alias Bauch-Research: Stafictionistics & Efacts. Demnach ist dieser Anti-Tintin männlich oder weiblich, Ü40 (engl. O40), hat irgendwann Mitte 20 angefangen zu studieren und dann vergessen, wieder aufzuhören. Müsste der Coucho den Begriff Reise definieren, würde er sagen: „Reisen ist angewandte Planlosigkeit, woanders und unterwegs.‟

Genauso reist der Coucho. Deshalb ist ihm die Lust am Echtreisen vergangen, seit es diese komischen Handy-Dingsda gibt, diese Apps, wo alles drinsteht, sogar, wo man sich gerade befindet. „Da kann ich gleich zu Hause bleiben!‟ Eso. Für einen Coucho heißt Reisen, blöd durch die Gegend zu laufen und nichts zu verstehen. Mit zunehmendem Alter und abnehmender Neugier braucht der Coucho dafür immer weniger Radius. Reisen kann er auch so haben. In der unbequemen Variante am wachsenden Alltagsautomaten (Selbst-Scan-Kassen und all der Scheiß). Oder – ganz Easy Homerider – auf der Couch im Fake-Travel-Modus.

Nächste Folge: Das Offenbach-Syndrom

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