Who the fuck is Ringo?

MGB-Travel-Lexikon: Folge 1

The world according to MGB: kinky groovy, blogadelic (Pic: Tara Tulpe/MGB)

The world according to MGB: kinky groovy, blogadelic (Pic: Tara Tulpe/MGB)

Gurkt Lord Waldemar durch Mexiko, steht auf seinem T-Shirt ¡Yo no soy gringo! Auf gut Gefühlt-Englisch: Don’t fucking yankee me! Yep. Bloß nicht unter Usonian-Verdacht geraten. Da gehen die mexikanischen Respectcredits gegen zero. Außerdem reist unser Chefpraktikant schon unter einem anderen (No-)Touri-Label: Vollringo.

Ringos sind Touris, die nicht als Touris gelabelt werden wollen. Sie camouflagen sich als Locals und maximieren damit ihr Peinlichkeitslevel auf 9 von 10 möglichen TUI-Smileys. Ein Ringo ist wortkarg wie ein namenloser Pastawesternheld. Stümperhafte Aussprache oder notorische Wortschatzpleite könnte ihn verraten. Deshalb beobachten Ringos die Natives. Und dann die alte Copy-Paste-Nummer. Erlauscht ein Gringo seine Home-Zunge, schaltet das Ringo interne Reise-Hormon-Management auf Alarmstufe Baedeker: Mute-Schaltung plus Ich-bin-dann-mal-weg-Upgrade.

Der Ringo ist ein semi-glorious Basterd des Massentourismus. Um sich auf Reisen zu wähnen, bypasst er Touri-Orte und Touri-Feeling. Touri-Kollegen und Must-Sees meidet er wie Locals einen AIDA-Landgang. Lieber irrt der Ringo einen ganzen Tag durch verschnarchte Bausünden-Barrios, als einmal zu riskieren, beim Blick in den Stadtplan gespottet zu werden. Den Lonely Gringo konsultiert der Ringo nur im Klo. Evidente nur um die ringoischen No-Go-Areas abzustecken. Auf seiner Fakebook-Seite prahlt Old Ringo, welche Sehenswürdigkeiten er alles nicht gesehen hat. Als Beleg postet er secret No-Selfies mit völlig belanglosen Straßen und Häuserfassaden. Nicht mal die Anwohner würden sie wiedererkennen. The kind of Fotos, die ein Analog-Touri nur versehentlich aufnimmt. Wenn er vergessen hat, die Kamera abzustellen.

Ist der Ringoismus ein verlängerter Fashiontrend des auscheckenden 20. Jahrhunderts? Keine Ahnung. Auf Dauer ist El Ringoismo jedenfalls fucking anstrengend. Für den Reise-Value beim Ringo-Travelling kann man auch zwei Wochen Pauschverwesung in Molwanien buchen. In extremen Fällen steigert sich der Ringoismo zum Ringo-Syndrom. Back home fragt sich Syndrom-Ringo: War ich wirklich auf Reisen? Proofs hierfür hat er keine. Ebenso wenig sachdienliche Erinnerungen.

Nächste Folge: El Coucho

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