Think pig!

Fünf Salven aus unserer Reiseklischeekanone

All you can smash! We like our clichés well-done. KungFu Buffet, Phibsboro, Dublin (Foto: Munich Globe Bloggers)

All you can smash! We like our clichés well-done. KungFu Buffet, Phibsboro, Dublin (Foto: Munich Globe Bloggers)

Reisen ohne Klischees ist wie Fliegen ohne Safety-Aerobic, eine Restaurant-Bestellung ohne „Gerne‟-Antwort, eine Fußgängerzone ohne Dé­jà-vu. Unvollständig. Undenkbar. Unerträglich. Aber wie so oft im Leben, wenn man mal dringend ein Klischee bräuchte, ist gerade keines zur Hand. Zu Hause vergessen. Versehentlich im Aufgabegepäck verstaut. An den Nachbarn verliehen. Andsofuckingon. Kennen wir. Deshalb haben wir exklusiv für unsere nicht-existenten Leser eine nifty Analog-App entwickelt unter dem grippy Call-to-Action-Label Klischee to go.

Nach einer leidenschaftlichen mehrwöchigen Debatte, bei der mehrere Praktikanten zu Bruch gingen und unser Miracle Department ungezählte volle Bierkästen in Leergut verwandelte, präsentieren wir nun unsere persönliche Reiseklischee-Top-Ten – powered by our Sponsors Clichébank und Clivenché.

  • Gastfreundschaft: Wir reisen grundsätzlich nicht mehr in Länder mit Gastfreundschaft. Die geht uns nämlich so was von auf den Sack. Es ist nämlich eine verdammte Tortour (daher kommt der Begriff Tortourismus), wenn man wandern möchte und ständig von gehfaulen einheimischen Autofahrern genötigt wird, bei ihnen mitzufahren, nur weil sie sich nicht vorstellen können, dass jemand gerne zu Fuß geht oder als temporär verantwortungsbewusster Reiseautor gerade im Authentizitätsmodus agiert.
  • Trampen: Durch die Ökobrille gesehen ist per Anhalter natürlich cooler, als mit der eigenen Kutsche zu reisen. Trotzdem sollte man sich auch am Velo-Trend attachen und öfter mal an einem Fahrradweg den Daumen raushalten. Sexy Bitches wie wir und unsere Praktikanten gehen da weg wie frische Pizza.
  • Tomatensaft: Cool oder uncool? Die Hamlet-Quest des Reisens. Viel öfter fragen sich Erkenntnis-Streber, was für ein Typ das ist, der sich im Reisevogel Tomatensaft bestellt. Pauschi oder Backpacker? Sextourist oder Pilger? Mensch oder Android? Terrorist oder Tourorist? Fifa-Funktionär oder anonymer Antialkoholiker? Klare Antwort: Wen das interessiert, sollte
    beim Sitznachbar einfach nachfragen. Und dann jeweils das Gegenteil annehmen. Bei allem Respektmangel: Tomatensafttrinker sind obskure Vögel und schiefe Typen. Wissen wir aus eigener Forschung. Unsere Praktikanten trinken das Zeug auch pur, wenn kein Wodka mehr da ist für die Bloody Marys.
  • Souvenir: Ein gutes Souvenir ist scheußlich, sperrig, zerbrechlich und kostet ungefähr das Hundertfache, dessen, was man eine Woche später dafür bekommt – auf dem Flohmarkt oder bei eBay. Andererseits: Ohne Souvenirs wären Volkskrankheiten wie Schrottwichteln vermutlich nie in das Welt-Epidemie-Erbe der WHO aufgenommen worden. Frage: Gefährdet der Selfie das Souvenir? Nein. Selfies taugen nicht wirklich zum Schrottwichteln. Es sei denn, das Aufnahmegerät wird gleich mitgewichtelt.
  • Montezumas Rache: Viele Reise-Schisser haben Angst vor Montezumas Rache und verzichten deshalb auf die frischen Köstlichkeiten des (südlichen) Landes. Bullshit! Ein solider, nachhaltiger 24/7-Durchfall ermöglicht dem Reisenden, das Land aus einer ganz anderen Perspektive zu sehen. Man trifft hochgebildete Leute wie Apotheker und Ärzte, denen man sonst vielleicht nicht begegnet wäre. Außerdem verlängert sich so der Urlaub womöglich um ein paar Tage oder Wochen.

(Weiter zu Folge 2)

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