Leute neben der Spur (18)

Martin Puntigam goes Space Missionar - Folge 3: Her mit der Supererde-App

Zieht euch warm an, Aliens: Here comes the Godfather of Supererde - Martin Puntigam (Bild: Büro Alba/Hanser Verlag/Der Hörverlag)

Zieht euch warm an, Aliens: Here comes the Godfather of Supererde – Martin Puntigam (Bild: Büro Alba/Hanser Verlag/Der Hörverlag)

(Hier geht’s zu Folge 1). Unser Kosmos-Sandler Martin Puntigam hängt immer noch in der Leitung und erklärt uns was abgeht, da draußen im deep, deep space. Wir wussten ja, dass es mit dem Weltall nicht zum Besten steht – Klingonen, Vogonen, angeblich gibt es sogar irgendwo eine zweite Maggie Thatcher, die versucht, quasi den Rest des Weltalls zu privatisieren – aber so desillusioniert wie nach diesem Interview waren wir schon lange nicht mehr. Wir fürchten, selbst alle Wiesngäste zusammen können dieses Universum nicht mehr schön saufen. So gesehen fühlen wir uns fast schon wieder heimisch auf dieser abgefuckten Erde. Aber die Reisegeschmäcker sind verschieden. Wer also gerne mal Urlaub macht in einer richtigen Scheißgegend, dem empfehlen wir rücksichtslos das neue Hörbuch der Science Busters.

Munich Globe Bloggers (MGB)Martin, vor zwei Jahren hast du über eine Neuauflage der Erdbesiedelung spekuliert: Mission Supererde. Quasi die Menschheit klopft die alte Erde in die Tonne, weil sie im Arsch ist, und sucht sich einen neuen Planeten zum Verwüsten. Steckt das Projekt noch in der Umlaufmappe?

Martin Puntigam (MP): Natürlich ist mein Projekt „Supererde“ bzw. Zweiterde noch immer aktuell. Auch wenn in neueren Studien die Existenz von Planeten in unserem Nachbarsonnensystem bestritten wird, so zeigt das nur einmal mehr: hier soll uns etwas verheimlicht werden! Meine Aufklärungsarbeit geht aber ungerührt weiter und irgendwann wird es mir die Menschheit zu danken wissen. Sie kann aber gerne auch schon jetzt damit beginnen.

Unangeforderter Zwischenruf vom Lyndon B. Johnson Space Center, Houston, Texas (HOU): Houst, houst. Folks, we’ve got a serious problem here. Who’s this guy Puntigam? A fucking Venusian? Why aren’t we the first to know about him? And what the Andy Warhol is he doing out there? Trying to build a mothermucking big wheel in the middle of our solar system? That’s illegal. Who does he think he is? Hugo fucking Drax?

MGB: Easy tiger, we all love Heinz Ketchup.

HOU: Houst, houst. We didn’t know you’ve got the access code.

MGBSure. Wir waren Praktikanten auf der USS Enterprise unter Captain James T. Kirk und später Azubis in der Bordküche des Millennium Falcon unter Captain Han Solo.

HOU: Houst, houst. Wow! And this guy Puntigam? Is he clean?

MGB: Sauber wie ein texanischer Ölteppich. Kann keinem UFO was zuleide tun.

HOU: Houst, houst. Roger. Then sorry for interrupting you. Over and fucking out.

MGB: Ihr uns auch, alte Nasabären! Anyway. Martin, laut kosmischem Grundbuch-Amt gehören sämtliche Planeten, Monde, Sterne, Vakuums und was sonst noch so abhängt da draußen, dem lieben Gott, verwaltet von der katholischen Kirche. Aus touristischer Sicht ist das die reinste Misswirtschaft. Müsste man diesen Gott nicht dringend enteignen, bevor das gesamte Universum quasi vor den Großen Hund geht?

MP: Der Rechtsanspruch eines Herrn namens Gott aufs gesamte Universum ist so real wie die von der Firma Lunar Embassy verkauften Rechtstitel auf anderen Himmelskörpern. Falls man aber die Gott zugeschriebene Gesamtarbeitszeit ernst nimmt, nämlich von Ewigkeit zu Ewigkeit, dann steht er nach 13,8 Milliarden Jahren erst am Anfang und man sollte ihm noch etwas Zeit lassen, das Universum präziser zu gestalten. Vielleicht ist er im für uns nicht beobachtbaren Teil des Universums ja schon viel weiter, nur wir sehen es nicht. Das ist mindestens so wahrscheinlich wie die Existenz eines Gottes selber.

MGB: Mit dieser kryptischen Message von der Baustelle Universum checken wir aus für heute. Unserem Kosmospondenten Martin Puntigam wünschen wir weiterhin einen guten Flug und eine sanfte Landung, wo auch immer.

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