Leute neben der Spur (17)

Martin Puntigam goes Space Missionar - Folge 2: Backpacker on the Rocks

Bis zum Hals im All: Die Science Busters feat. Martin Puntigam (Mitte) (Foto: Science Busters)

Bis zum Hals im All: Die Science Busters feat. Martin Puntigam (Mitte) (Foto: Science Busters)

(Hier geht’s zu Folge 1). Unser Stargast Martin Puntigam ist nicht der erste Ösi im Weltall, aber der coolste. Er treibt es allein im All (Supererde) und im Trio und Quartett (Science Busters). Sein aktueller Mission-Report Das Universum ist eine Scheißgegend steckt gerade in einer irdischen Umlaufmappe. Im zweiten Teil unseres hoch und tief wissenschaftlichen Dialogs erklärt Lord Puntigam, warum das Weltall beim Service selbst Molwanien Lichtjahre hinterherhinkt und warum Neumarsmensch Matt Damon alias Mark Watney eigentlich verdammtes Glück hatte mit seinem Urlaubsort.

Munich Globe Bloggers (MGB)Camping oder Zehn-Sterne-Luxus-Ressort? All inclusive oder Backpacking? Welche touristische Zielgruppe spricht das Universum am ehesten an?

Martin Puntigam (MP): Das Weltall ist in erster Linie gut geeignet für tiefgefrorene Backpacker, die nur sehr, sehr selten atmen müssen. Im Schnitt höchstens einmal in 13,8 Milliarden Jahren.

MGB: Vielleicht die Indonesier. Die üben ja gerade verstärkt das Nicht-Atmen, die kriegen das sicher irgendwann hin. Sorry, bitte weiter.

MP: Wer jeden Tag auf drei Mahlzeiten besteht und auf frische Handtücher, sollte sich eine Rundreise noch einmal überlegen.

MGB: Reist man als Backpacker (tiefgefroren oder nicht) statt als All-inlusive-Joe durchs All, riskiert man quasi bewusst Kontakt zu den Einheimischen, den Aliens, also nicht nur zu den Service-Sklaven. Womit ist da zu rechnen?

MP: So verständlich und groß der Wunsch ist, irgendwann außerirdisches Leben zu entdecken, so sehr ist das Unterfangen bislang im Wünschen stecken geblieben. Sollte es aber Aliens geben und wir begegnen einander, so ist nicht gesagt, dass die Begegnung für einen von beiden nicht unerfreulich endet. Wenn wir in unserer technischen Entwicklung fortgeschrittener sein sollten, dann sollten sich die Aliens vor einer Kontaktaufnahme hüten, denn traditionell hat auf der Erde die weiter entwickelte Gesellschaft die weniger weit entwickelte restlos aufgelöst.

MGB: Uns wär’s natürlich lieber, die Aliens kämen als Freunde uns brächten uns das Beamen bei. Bildung wäre natürlich auch ein tolles Mitbringsel. Im Kino läuft zur Zeit Der Marsianer mit Matt Damon. Es geht um einen Typen, der auf dem Mars landet und nicht wirklich zufrieden ist mit der dortigen Infrastruktur. Kein Bier, keine Weiber. Nicht mal Sauerstoff. Aber rein statistisch hat er’s noch ziemlich gut getroffen. Gegen Jupiter ist der Mars doch das reinste Wellness-Ressort?

MP: Ich habe den Film noch nicht gesehen, aber im Buch, soweit ich es schon gelesen habe, ist der Protagonist ziemlich unverzagt und weiß ganz gut, dass er es schlechter treffen hätte können, etwa auf der Venus oder eben dem Jupiter. Auf letzterem gibt es vielleicht nicht einmal eine Oberfläche, wie soll man da Tritt fassen?

(Weiter zu Folge 3)

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