Schummel-Schimi downgraded Münchner Kult-Straße

MGB enthüllen historische TV-Lüge

Unveränderlicher als jede Ruhrpott-Sackgasse: Parkstraße, München – ein Juwel post-proletarischer Dekadenz (Foto: Munich Globe Bloggers)

Unveränderlicher als jede Ruhrpott-Sackgasse: Parkstraße, München – ein Juwel post-proletarischer Dekadenz (Foto: Munich Globe Bloggers)

Tatort Parkstraße: Legenden-gepflastert fläzt sich die kleine Asphalt-Bitch mit post-proletarischer Charis krawattenfrei zwischen Schwanthalerstraße und Kazmairstraße im einstigen Scherbenviertel Schwanthalerhöhe alias Westend. Unzählige Nicht-Nobelpreis- und Nicht-Oscar-Gewinner hat sie ausgespuckt. Und fast ebenso viele begnadete Säufer und Fuck-up-Visionäre. Nicht zuletzt residierten dort die Munich Globe Bloggers, als sie noch auf Papier bloggten. Mit spöttischer Gleichgültigkeit ertrug die Parkstraße, dass ein neoliberales Brettspiel sie zum begehrtesten Spekulationsobjekt der Welt stilisierte. Und ebenso stoisch ignorierte sie sämtliche Gentrifizierungsattacken, die das Viertel terrorisierten seit dem Umbau der alten Messe zum „Wohnen am Park‟-Top-Verdiener-Ghetto.

Doch die Entdeckung unseres Heimspiel-Reporters L. Zocco bei einem seiner routinemäßigen Youtube-Spaziergänge entfachte einen wahren Empörungs-La-Ola-Tsunami durch sämtliche Bierflaschen im MGB-Headquarter. In einer Szene der TV-Serie Tatort, Folge Duisburg-Ruhrort, (erstmals ausgestrahlt am 28. Juni 1981), rennt, prügelt und schusswechselt sich Kommissar Schimanski durch die Parkstraße. Das wäre an sich völlig okay – haben wir auch immer gemacht – würde damit nicht vorgetäuscht, Schimi tohuwabohue hier durch eine Straße in Duisburg. Hallo?! Genau. Duisburg im Ruhrpott. Nichts gegen Duisburg und der groovy Working-Guy-Atmo dort. Aber fucking sorry, it’s not Munich. Diese Vortäuschung falscher Tatsachen ist nicht einfach nur eine historische Lüge, es ist auch ein beispielloses Downgrading unserer Ex-Home-Street. So wunderbar pseudo-abgefuckt wie die Parkstraße war Duisburg noch nicht mal nach Kriegsende. Das lassen wir uns nicht bieten. Vorsorglich haben wir Schummel-Schimi verhaftet – quasi in Abwesenheit – und schon mal vorverurteilt zu einer 48-stündigen Mahnwache vor dem Parkstraßen-Waschsalon mit einem Schild „Scheiße, sorry. Das ist nicht Duisburg. Flasche auf mein Haupt!‟

Industrieschlackedichte Beweise für die Untaten des Schad-Kommissars Horst „Bruno‟ Schimanski liegen hier (Youtube; ab ca. 1:16:00 auf dem Zeitstrahl) – für jedermensch einsehbar. Zudem befragten wir umgehend Zeitzeugen im Ausstellungspark, der ohne Namensänderung in besagter Szene auftaucht. Seit gefühlten Jahrhunderten sitzen diese Ladys & Gents in der Zeitgeist- und Wandel-trotzenden Edel-Boazn. Im strengsten Vertrauen verrieten sie uns mehr, als wir zu fragen wagten. Scherben-Toni (64): „Da Schimi? A Hund issa scho. Da beste Tatort-Kommissar, demma je ghabt ham.‟ Stüberl-Resi (58): „I soags wias is. Fesch war a scho. Aber des mit dem Ruhrpott-Fake, des hätt’s net braucht. Mia in Minga ham a a saubane Arbeitertradition.‟ Starkbier-Kalle (57): „Du moanst, a Trinker-Tradition. Muhaha muhaha.‟

Als Mitbegründer des Vereins zur filmisch glaubwürdig und korrekten Darstellung des Münchner Westends und seiner Straßen sowie Trinkbedürfnis- und Wäschewaschbedürfnisanstalten fordern wir von der Bundesprüfstelle für wahrheitsgefährdende Darstellungen realer Orte, dass sie besagte Tatort-Folge auf den Index setzt oder die Sendeanstalten dazu nötigt, sie nur noch mit Untertiteln auszustrahlen, etwa „Achtung: Folgende Szene wurde in München gedreht, bitte schließen Sie für die nächsten 85 Sekunden die Augen, sonst sehen Sie quasi der Unwahrheit ins Auge.‟

Gefahr erkannt, Gefahr verbrannt.

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>