Leute neben der Spur (14)

Hit the Road, Bot! Folge 2: Me and Botti McGee

Positive case of thumb doping: Anybody able to resists these boots? (Foto: Norbert Guthier / Ryerson University, Toronto, Canada)

Positive case of thumb doping: Anybody able to resists these boots? (Foto: Norbert Guthier / Ryerson University, Toronto, Canada)

(Hier geht’s zu Folge 1). Mr. Dauminator aus Kanada sitzt immer noch in unserer Räder-Wanne. Der Navi-Pfeil zeigt nach Nordwesten. Aus der Box dantelt Manu Chao. „… cada dia me miro / en un mundo al reves / cada dia me veo / en un mundo tan feo …“ In der Umlaufmappe steckt ein Dosenbier. Dieser Mann hat Durst. Wüssten wir nicht, dass er aus Kanada kommt, hätten wir auf Irland getippt. Hitchbot ist fast so cool wie dieser Brite Tony Hawks, der mal mit einem Kühlschrank um Irland getrampt ist.  Allerdings war Tony Hawks kein besonders gesprächiger Interview-Partner. Unser Hitchbot Jack hat da einen deutlich voluminöseren Buchstaben-Output. Für Zeilenschinder und -schänder wie uns natürlich ein Fünfsternebüfett. Welcome to Teil 2!

Munich Globe Bloggers: Wenn du so hip bist, macht du sicher auch ‘ne Menge Selfies?

Hitchbot: Brauk ik nikt. Hab’ ‘nen eigenen Fotografen dabei.

MGB: Ahhh, ‘ne Drohne mit Stealth-Modus und Invisibility-App?

Hitchbot: Zero. Analog. Der steht nok an die Straßenrand. Als ihr angehalten habt, war er auf die Suke nak eine Parkplatz für seine Blase-Content.

MGB: Cool. Dann bist du ihn jetzt los. Danger-Frage: Wie war München?

Hitchbot: Ik dakte, dass hier alle taumeln. Wegen die Bierfestival.

MGB: Das war im Herbst. Inzwischen sind schon wieder einige nüchtern.

Hitchbot: Mir wurde programmiert, in Bavaria sind zwei Promille Pflikt.

MGB: Gilt nur für Politiker und VIPs. Und sonst? Munich?

Hitchbot: Werft ik mik raus, wenn ik sage, dass Munich langweilik ist?

MGB: Klar, bis auf die Gummistiefel. Die behalten wir. Aber d’accord, München ist ein unglaubliches Fadpflaster – so spießig wie ein kleiner Bausparvertrag.

Hitchbot: Und warum wohnt ihr hier?

MGB: Erstens sind wir anerkannte Masochisten. Zweitens checken wir bei jeder Gelegenheit aus. Wie eben.

Hitchbot: Dann könnt ihr mir sikker nok andere Orte empfehlen.

MGB: Sure. Aber wir stellen hier die Fragen. Von wem hast du Deutsch gelernt? John Fucking Kennedy?

Hitchbot: Ja, von alte Bandaufnahmen von die Kennedy. Die war eine äkte Berliner.

MGB: Just for one day. Aber immerhin … Did you like Newswanstone?

Hitchbot: Ik bin ein Neuswansteiner!

MGB: Come fucking on!

Hitchbot: Oder sagt man: Ik bin newswanstoned? O.k. It’s fucking Kitsch. But ik mag die Kini. Er ist so eine fucking crazy guy. So eine begnadete Wirrkopf. Eine barocke Lady Gaga mit Schnauzer. Ein unplugged Freddy Mercury.

MGB: Unterschreiben wir. Und in München hast du dir den ganzen Touri-Scheiß reingezogen? Glockenspiel? Hofbräuhaus? Nee, oder? Du bist ein smartes Bürschchen. Gleich den hippen Underground abgescheckt?

Hitchbot: Mehr so die Indie-Ecke. Ik war in die Rote Sonne, in die Werkstatt Kino und wollte in die Atomic, aber die gab’s nix mehr. Meine Infos war veraltet.

MGB: Was hattest du denn Start? ACDC? Crowded Planet?  Marco Prolo? Möhrian? Polyflop? Pu der Baerdeker? Trasher?

Hitchbot: No. Ik frag ainfak die Leute. Die sind meistens aktueller als die Büker. Und natürlik die Kult-Magazin in münchen.

MGB: Merci für die Werbespot. Und gut, dass du uns nicht gefragt hast. Wir sind quasi noch auf dem Stand der fucking 80s. Wir hätten dich in den Pop Club geschickt und in die Swabinger Seven. Da wärst du am Boden festgeklebt mit deinen Cyber-Blahniks.

Hitchbot: Bodenhaftung hat was für sik. Da geht beim Tanzen mehr Schräglage.

(Weiter mit Folge 3)

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