Blogging in the Rain (9)

The Iceberg has been drinking – slow Dudes in Belfast

Belfast is a big fish trying to swim on wet dryland: Bigfish by John Kindness, Donegall Quay (Foto: Munich Globe Bloggers)

Belfast is a big fish trying to swim on wet dryland: Bigfish by John Kindness, Donegall Quay (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). „Where ‘s my beer, Dude?“ Superpam schwenkte ihr leeres Glas. Unter ihren Augenlidern funkelte es vorwurfsvoll, almost dangerous. Der Chief lächelte: „Seems some quirky Jesus turned it into semi-fresh air.“ Dann verwandelte er sein Bier ebenfalls in abgestandene Luft. „Sorry, can do it only one-way. Für die big miracles sorgt hier der Typ an der Bar.“ Superpam lud ihre Look-Gun mit einem weiteren Killer-Funkeln und schickte den Chef an die Bar. Der kam zurück mit zwei Bier. Und einer Ansage. „Folks, how Dublin is Belfast?“ Nicht, dass wir eine Brain-Synchro-App am Start hatten, aber unsere Face-Performances ließen irgendfuckingwie vermuten, dass wir in etwa dasselbe dachten. Fuck. You. Chef.

Immer wenn es auch nur annähernd gemütlich wurde, kam er uns mit seinen pseudo-philosophischen Perspektiv-Wechseln. Wieso sollte man Belfast mit Dublin vergleichen? „Belfast ist Belfast. Und Dublin ist dubled so fast“, sagte Kalauer-Lord Waldemar. Ausnahmsweise musste er keine Burpees machen. Der Chef wollten anscheinend nicht, dass wir in Zwangsjacken des Landes verwiesen wurden. Womöglich hätte der Chef den Lord raus geschickt wie einen Raucher, aber es regnete. Ausnahmsweise. Schlecht für Raucher und Burpees-Sklaven.

Mit den Schnapsideen unseres Chefs war es wie mit Songs, die man richtig Scheiße fand, aber nicht mehr aus dem Ohr bekam und irgendwann sogar unbewusst summte. Die ganze restliche Zeit über dachten wir nach, wie viel Dublin in Belfast steckte, obwohl es eigentlich niemanden interessierte. Belfast war so was wie Dublins kleiner Bruder. Er war der Kopier-Phase entwachsen und suchte nun seinen eigenen Weg. Und so einer ist nicht leicht zu finden. Wer wusste das besser als wir?

Das Knast-Museum Crumlin Road Gaol hatten wir leider verpasst. „It’s a motherfucking must!“ hatte der Chef an unsere Must-Gläubigkeit appelliert. „Selbe Liga wie Kilmainham Gaol – trotz des unfreundlichen Kassen-Heinis in Dublin.“ Nachtragend war er also auch. Der Chef halt. Immerhin waren wir im Botanischen Garten, der eine Nummer kleiner war als die überschäumende viktorianische Gewächshaus-Orgie in Dublins Stadtteil Glasnevin. Dort saß der Chef eine halbe Stunde auf den Wittgenstein-Stufen. Das musste irgendwie abgefärbt haben. Damn it, Superpam it! Wir wussten, wir würden wieder kommen.

(The End – almost: Hier geht’s zum Serviceteil)

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