Blogging in the Rain (7)

The Iceberg has been drinking – slow Dudes in Belfast

„Marvel, we've got a situation. Send all available superheroes!“ Titanic Belfast (Foto: Munich Globe Bloggers)

„Marvel, we’ve got a situation. Send all available superheroes!“ Titanic Belfast (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Superpam hatte Hunger. Untergangshunger. Wir dachten, als Hamburgerin sei sie Desaster gewöhnt. Elbdisharmonie und so. Stattdessen hatte das Multi-Millionen-Grab ihren Flop-Appetit (Floppetit) erst angeregt. Wie sie da vor uns stand und I want Titanic!“ brüllte, erinnerte sie uns an den jungen Gerhard Schröder – nur formal, versteht sich, quasi entschlossenheitstechnisch. Der Legende nach rüttelte dieser am Tor des Bonner Bundeskanzleramts und blökte: „Ich will da rein!“ Widerstand zwecklos. Außerdem: Wir wollten es auch.

Das Ding stand da wie ein Pumpkin from Outer Space mit Ecken und Kanten. Die Verschmelzung von Schiff und Eisberg. Im Tierreich nannte man das Symbiose. Der Eisberg bekam etwas Farbe und Gesellschaft, das Schiff bekam Eis für die Cocktails und ein Aura-Upgrade für die Ewigkeit. Klare Win-win-Situation. Für den Eintrittspreis ins Museum hätten wir 1912 locker eine Kabine an Bord der Titanic bekommen. Untergang inklusive. „Dann doch lieber das Museum“, resümierte der Chef. „Cold water bathing is not my cup of Gemütlichkeit.“

Im Eisbergschiff war es angenehm warm. Und Belfast war nicht wieder zu erkennen. Eine wuselige Industriestadt ohne Stacheldraht. Damals im frühen 20. Jahrhundert quasi Welt-Chef für Leinen-Verarbeitung. Linenopolis nannte man Belfast. Von der Silben-Menge her ein Rückschritt. Dafür war alles mit „Polis“ ein wahrer Aura-Booster! Und das lange vor Fritz Langs Budget-Versenker-Film, der 1927 in die Kinos räderwerkte. Schiffe konnten sie auch, die Belfastis. Leinen- und „Leinen-los!“-Industrie. Zumindest sahen die Dinger aus wie Schiffe. Und wenn sie nicht gerade gegen Eisberge oder in Torpedos fuhren, hielten sie sich ganz ordentlich über Wasser. Die Titanic war natürlich das Ultra-Monster, die Schwiegermutter aller Giganten. Nur die besten Zutaten. Als wollte ein Mega-Pharao sein Grab ausstatten. Schwimmender Taj Mahal.

Die Ausstellung setzte klare Prioritäten. „Wotscheinz ist die Titanic mit einem Magnum-Eisberg kollidiert“, grübelte Zocco. „Wenn ihr unter den Eisberg taucht, findet ihr noch den Holzgriff.“ Es ging fast nur um Konstruktion und Bau des Luxus-Havaristen. Geisterbahnmäßig fuhren wir in einem Ruckel-Wagen (Stop-Motion-Cart) durch eine simulierte Werft mit Sound und Gerüchen. Die coolsten Special-Effects gab’s dann im Deko-Department. Eine 360-Grad-Aufzugfahrt durch alles Decks. „That’s fucking Star Wars!“, jubelte der Chef. „George Lucas, komm heraus! Du bist dolby-surrounded.“

(Weiter zu Folge 8)

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