Blogging in the Rain (5)

MGB Vision-Camp am Giant's Causeway

Bridge over untroubled water: None shall pass? Hahaha. Where are you, Black Knight? Show thyself! (Foto: Munich Globe Bloggers)

Bridge over untroubled water: None shall pass? Hahaha. Where are you, Black Knight? Show thyself! (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). „No alcohol! Die Ansage war der Running Gag in Nordirland. The cornerstone of any nutritious Schilderwald. Auch mit durchgestrichenem Bierkrug in der Version für Analphabeten und – Dank solider Tankfüllung – temporäre Semi-Alphabeten. Wir standen Schlange vor der Hängebrücke zur Mini-Insel Carrick-A-Rede, geratene 15 km östlich vom Giant’s Causeway. Another Power-Queueing-Spot. Zocco meinte, manchmal müsse man sich Sights reinziehen, um die Vorzüge der Nebenspuren wieder richtig zu schätzen. Wise man can jump!

Unsere Gesichter hingen genauso durch wie die Brücke. War das alles? Der Chef musste zugeben, dass dieser 5,60-Pound-Sterling-Durchhänger (ca. 7 €) aus der Ferne und auf geschickt fotografierten Bildern um Indiana-Jones-Peitschenlängen gefährlicher aussah. Quasi nur jeder Dritte schafft’s auf die andere Seite. Ich hätte mir einen soliden Showdown gewünscht, nörgelte der Chef auf dem Rückweg zur Bushaltestelle im nächsten Ort Ballintoy. Duell mit einem Monster. Ok, nicht gerade King Kong, Godzilla oder der Beißer (der leider kürzlich in die Wiese gebissen hat) – das würde die Haltbarkeit der Konstruktion arg strapazieren. Vielleicht der Schwarze Ritter aus Monty Python and the Holy Grail. Ich würde ihm Arme, Beine und Kopf abschlagen und ihm dann ganz Gentle-Knight ein Unentschieden anbieten. Oder, mehr Arturminator, ihm den ausgestreckten Arm entgegenhalten – ‘Talk to the hand!’ – und dann im Vorbeigehen den Rumpf mit einem lässigen Elvis-Hüftschwung über die Balustrade stupsen.

Aber das Leben war nur die Werbe-Einblendung in einem großen Film, der prima ohne uns auskam und in keinem Kino unserer Galaxis lief. Auch wenn diese Show niemand sehen wollte, sie musste weitergehen. Das sagte uns eine Stimme aus einer sehr schafigen Wolke, die uns den ganzen Weg begleitete und immer wieder mit feuchten Kommentaren erfrischte.

Das tat auch der Chef in dem er sich als begnadeter Botanikus outete. Irgendwo, mitten in der Pampa, bog er einen Strauch zur Seite und deutete auf ein kleines, mimosenartiges Gewächs: Der Schleichwegerich, lateinisch: Herba Munichglobebloculae. Diese Pflanze wächst nur an Schleichwegen. Wenn ihr sie seht, seid ihr richtig. Begegnet ihr mit Respekt. Sie ist euer Freund.Das anschließende vielstimmig erschallende „Fuck you, Chef!“ wurde sogleich von einer heftigen Zensur-Böe erfasst und über die Klippen getragen, ehe jemand es in diesem Blog-Post unterbringen konnte.

(Weiter zu Folge 6)

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>