Blogging in the Rain (4)

MGB Vision-Camp am Giant's Causeway

It's raining beauty. No need for umbrella @ Giant's Causeway (Foto: Munich Globe Bloggers)

It’s raining beauty. No need for umbrella @ Giant’s Causeway (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Typisch Chef. Nie kann er etwas einfach auf sich wirken lassen. Kaum aktiviert etwas seinen inneren Like-it-Button, steigt ihm eine künstlerische Vision in die Synapsen-Deponie. Powered by Guinness. Sorry, diesmal war es Craft Beer der Belfaster Farmageddon Brewing Co-Op. Ich würde gerne auf diesen Designer-Basalt-Sitzgelegenheiten 400 Kopien von Rodins Denker verteilen. Alle in Pink, visionierte der Chef als wäre soeben der leibhaftige Antony Gormley in ihn gefahren.

Und die Giro d’Italia hatte offenbar eine Etappe durch sein Hirn gelegt. Ich hätte den Muskel-Grübler lieber in Irlandgrün, sagte Superpam, unsere Koryphäe in Modefragen. Der Rest von uns übertraf sich mit weiteren Farbvorschlägen – Tim-und-Struppi-Raum-Anzug-Orange, Titanic-Untergangs-Blau, Breakfast-in-America-Cover-Blusen-Gelb – aber der Chef sah nur hinaus auf’s Meer und sagte nichts. Mit einem Bein stand er in seiner Vision. Mit dem anderen auf einem dieser 40.000 Unesco-Steine. Der seelenreinste Basaltsäulenheilige! Auf dem Zuhör-Ohr ist der Chef taub wie die Klagemauer. Die wäre längst eingestürzt, bei all dem Sermon, der seit Jahrhunderten Tag für Tag auf sie einprasselt.

Faszinierend, wie der Mann abschalten kann. Wir waren ja nicht alleine hier. Vom Visitor Centre schoben wir uns in einer 20-Minuten-Prozession, an der sich tonnenweise Bus-Content beteiligte, zum eigentlichen Hot Spot. Es wimmelte wie in einer Aquakultur. Japaner, Chinesen, Russen, Spanier, Amerikaner, Iren, Briten. Alle waren da. Und wir. Gewöhnungsbedürftig. Der größte Teil dieser nordirischen Nordküste war ansonsten wunderbar einsam. Leo Zocco nahm’s locker „Hat einen Sinn für’s Praktische, diese nature made art.“ Er war eindeutig im Brotzeitmodus und lümmelte sich schon zufrieden auf einem der supersitztauglichen Hexagone. „Okay, folks. Wir machen die Pflichtfotos und checken aus“, meldete sich die Brücke. Offenbar teilte der Chef mit uns wieder Zeit, Raum und Bewusstsein. Die Karawane zog weiter. Ostwärts. Nach einer weiteren Viertelstunde hatten wir die Küste wieder für uns.

Superpam checkte alle halbe Stunde das Wetter in Hamburg und München. Für jede Regenmeldung aus den Hometowns drehte sie eine Gimme-five-Runde. Die Sonne performte hier nicht gerade die Monster-Samba-Show. Mehr so ein Wolkenschleiertanz. Aber trocken. Mit jeder Wegbiegung servierte uns die Küste ein neues Gustostückerl. Wir blätterten quasi durch den Küstenmuster-Katalog von Fjord-Designer Slartibartfaß aus Per Anhalter durch die Galaxis.

(Weiter zu Folge 5)

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>