Lord Waldemar in Austria (5)

Resurrection shots am Achensee

Stahlseil to Heaven: Lord Senkrecht (nicht im Bild) bezwingt den Dalfatzer Wasserfall ohne Schwimmflügel (Foto: Munich Globe Bloggers)

Stahlseil to Heaven: Lord Senkrecht (nicht im Bild) bezwingt den Dalfatzer Wasserfall ohne Schwimmflügel (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Am Ende meiner Bushäusl-Kontemplation stand keine Auferstehung oder Himmelfahrt. Viel zu analog. Macht doch jeder 08/15-Heiligenschein-Träger. Nach dem Extreme-Bushäusl-Sighting in Vorarlberg überstürmte mich eine unbändige Lust auf Äktschn (St. Arni). Eine Gemeinsamkeit mit den classic Himmelfahrern gab es doch: die vertikale Orientierung. Senkrecht ist der Mann! With the little difference: Ich verbiss mich in den Felsen – die Holy Sky Rider waren eher unsportlich unterwegs. Sie nahmen den spirituellen Bus (Holy Bus), trampten mit einem 20.000-PS-Engel (Gabriel Espirit Turbo), betranken sich mit Red Bull (Rent a Flügel) oder schnallten sich ein antikes Modell von James Bonds Raketenrucksack auf den Rücken.

Links neben mir rauschte der Dalfazer Wasserfall. Die 60 Meter hohe Feucht-Gardine war genau die Deko, die meinen Kletterambitionen den Bonus-Kick gaben. Kein Ikeascheiß. Kein Lego. Steinsolides Tiroler Echtwasser-Down-Rocking. Und der Fels: bissfest. Kantig wie das Porträt von Carles Puyol, dem langjährigen FC-Barcelona-Kapitän, der die Piefke-Edition in Südafrika so weltmeisterlich aus dem Rennen geköpft hatte. Sollte ich mal Läuse-Traffic am Bier-Management-Organ haben, spielt mir einfach dieses Tor vor (die über 400.000 Youtube-Calls sind fast alle von mir!), und ich strahle wie ein Sundown am Achensee, dem langsockenförmigen Tiroler Chillout-Wässerchen.

Dalfazi lag in Gehweite von Buchau an der Südostseite des Achensees. Der Klettersteig war genau das Ambiente für meinen Kraxlhunger. Von den lässigen Panorama-Liegen überblickte man den größten Teil der Route. Viel Ausrüstung brauchte es nicht: Hartplastikmütze gegen die Rustikal-Souvenirs des oberen Nachbarn und gegen vorlaute Felsen, Klettergurt und Klettersteigset mit zwei Karabinern, damit man stets mit einem Karabiner gesichert war, wenn man das Stahlseil wechselte und man nicht selbst zum Souvenir wurde, das dem unteren Nachbarn in die Route rasselte. Die Route fing fairplaymäßig an, steigerte sich zur Mitte mit einem Knackigkeits-Upgrade und klang easy aus. Oben mündete der Steig in den Wanderweg zur Dalfaz Alm. Ich ging über Waldwege zurück und kletterte den Steig gleich nochmal. Offiziell, weil die Route einen Mordsspaß machte (das stimmte auch). Insgeheim wollte ich das Foto-Posing mit dem gewissen Superhelden-Feintuning veredeln. Es scheiterte daran, dass das Foto-Doku-Department auf den wellenförmigen Komfort-Liegen eingepennt war. Vermutlich vor Erschöpfung. Kein Wunder, angesichts des Dauerfeuers meiner spektakulären Vertikal-Moves.

(Weiter mit Folge 6)

 

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