Lord Waldemar in Austria (2)

Ein Bus wird kommen: More Gourmet-Waiting in Krumbach

Wait like a Krumbacher: Ich war Columbus' Santa Maria (Foto: Munich Globe Bloggers)

Wait like a Krumbacher: Ich war Columbus’ Santa Maria (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Warum ich eine Folge später immer noch im Krumbach stand, 30 Motorkutschenminuten östlich von Bregenz, und auf den Bus wartete? Ganz easy: Das Warten in diesen lustigen Designer-Häuschen macht einfach Spaß. Quasi angewandtes Deluxe-Waiting. Dass ich mich überhaupt von der Stelle bewegte, lag nur daran, dass es sieben verschiedene Buswartehüsle gab. Außerdem waren die Vorarlberger Analog-Stops auch schon sakrisch cool.

Mein Favorit? Das ist noch schwieriger, als mich auf einen WM-Favoriten festzulegen. Da würde ich sagen Spanien, Brasilien, Argentinien, Uruguay. Die Ösis sind ja leider nicht dabei. Und in Südamerika sind sie traditionell stark. Zumindest gegen die Piefkes. Ich sag nur Córdoba. Mir persönlich würde ein Córdoba-Reload reichen. Wörldmasta is net ois.

Die Busfahrer dachten sich wahrscheinlich, ich sei Deko. Oder Verschandelung – je nach Geschmack. Oder ein Bushäusl-Zen-Masta, der gar nicht fahren will sondern kontemplieren, der eins werden möchte mit Holz, Raum und Zeit. Ich war tatsächlich am Sinnieren. Eben über diese Wartehäusl und ihre individuellen Charismata: das belgische Häusl (Bus-Stop Unterkrumbach Süd) war eine abstrakte Portion Pommes frites, das Chilenische (Zwing) ein bestuhltes Trocken-Aquarium mit Vogerl-Mansarde, das Chinesische (Glatzegg) eine Riesen-Polaroid-Kamera mit Alpen-Panorama-Abzug, das Japanische (Bränden) eine Partie Zen-Mikado, das Norwegische (Kressbad) ein Rustikalstüberl, auf der Rückseite mit Balkon in Sauna-Optik und Tennisplatz-Blick, das Russische (Oberkrumbach) ein Wachturm ohne Grenze, dafür mit Verhör-Tischerl und das Spanische (Unterkrumbach Süd) ein weltmeisterliches Bretter-Tiki-Taka oder eine Upcycling-Version von Columbus’ Santa Maria.

Hätte Lale Andersen in Brewood geurlaubt statt in Griechenland, klänge ihr Immergrün wahrscheinlich so:

Ich bin ein Dirndl aus Vorárlberg
und liebe die Berge, die Bäume und den Raps.
Ich mag das Lachen der Touristen, ich mag jeden Zwerg,
der nach Holz schmeckt und nach Schnaps.

Wie alle Mädchen aus Vorárlberg, so stehe ich
Abend für Abend hier am Stop.
Und warte auf die feschen Piefkes vom Allgäu,
aus München, aus Hamburg und Bottróp.

Ein Bus wird kommen, …

 (Weiter mit Folge 3)

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