Leute neben der Spur (12)

Sambatical à la Zé do Rock - Folge 5: Across the Touriverse

Kim it like Pjönjang: v.l. Kim Il-sung (Kim Dick), Kim-Zé-do (Kim Cool), Kim Jong-il (Kim Feist) (Foto: Zé do Rock)

Kim it like Pjönjang: v.l.: Kim Il-sung (Kim Dick), Kim-Zé-do (Kim Cool), Kim Jong-il (Kim Feist) (Foto: Zé do Rock)

(This way zu Folge 1). Er steht noch. Strahlend, energiegeladen, weltwürdig. Das reinste Kim-Dingsda-Monument. Dabei haben wir ihn mit unseren Fragen verprügelt wie einst Muhammad Ali den armen George Foreman in Kinshasa. Dieser Mr. Zé do Rock kann einiges wegstecken. Oha, der Gong zur letzten Runde! Mal schauen ob wir ihn diesmal in die Knie zwingen. Es geht um alles und nichts. Quasi the Art of Reisen. Mucho Spaß, folks!

Munich Globe Bloggers: Was macht ein Land, eine Region, eine Stadt für dich zum Reiseziel? Das Image, z.B. Paris – Stadt der Liebeskünstler, Baguette-Laufstege und Pop-Friedhöfe? Empfehlungen von Freunden („der schlimmste Urlaub meines Lebens“)? Die Kompatibilität mit deinem persönlichen Kriterienkatalog (mind. 10 Sonnenstunden/Tag, mind. 25 Grad Schattentemperatur, mind. 10% Raucherfläche)? Oder würfelst/dartelst du deine Locations aus?

Zé do Rock: Als ich mit meiner Weltumrundung beschäftigt war, durchkreuzte ich die Erdteile von Nord nach Süd und von Ost nach West, und fuhr durch die Länder, die auf meinem Weg waren. E manchmal auk andre, de en dr nachbarschaft waren. Ma since i finished mai mega trip around la world, i dont voyage plus dan 6 mes in a row, and often it is jast vacaciones with Shazza, rareli longa dan a mond. Aber seitdem ich meine reise um die welt beendet hab, bin ich nie länger als 6 monate unterwegs, und oft is es nur urlaub mit Shazza, selten länger als ein monat. In disem fall besuch ich gerne lenda, in denen ich noch nich war. Shazza widerum hab a stressli job, un will nur ausrun. Dann nam i si mid tu Burkina Faso, das ruli war, un trotzdeem leiket shi’s nit. Länder nåch metereologische kriteria auszusuche isch nit meglich, wenn man älle länder se will. Ich war schon in Island, Sibirien, Mongolei … Ansonsten hoff i dass Zottelhundland (Afghanistan) und Zweiflussland (Irak) e sonstige lander ruhig is, wen i da forbai com.

MGB: Was macht eine gelungene Reise aus? Sind das bestimmte Zutaten, so wie sie ein James-Bond-Film braucht, um als solcher erkannt zu werden (Auto mit Schleudersitz, Atomphysikerin in Hotpants, Vulkan-Apartment)? Oder genügt es dir, unterwegs zu sein, um die rastlose Seele zu parken?

ZdR: Den sleudasitz brauch ich nich, die atomfysikerin in hotpants kann ich shon mitnemen.

MGB: Die Leute werden mit zunehmendem Alter bequemer – d.h. Schluss mit Trampen, Zelten und Parkbanking. Du dagegen trampst noch und machst Sofa-Surfing. Quasi: eine Portion Inkommodness als Pflicht-Würze des Reisens?

ZdR: I werd au bequema mit el alta, zu beispil tremp i nur wenn es für die projekt notlik is, o wenn el andre alternativen unbequema sein or unmöli. Es is nit so, dass i kei comfort leik, aba die minus comfortable varianten bi billiger un meist comunicativa.

MGB: Kannst du eigentlich was mit normalen Reiseführern (Büchern) anfangen oder sind sie dir generell zu fad?

ZdR: Wen i made mai voyag around la world, i had no la moni to buy voyage guides for plus ki hundred landes, i dink i neva bought one. Aber oft h ån i seida vo de reisefirer von andre reisenda kopiert, oder vo reisefirer de man en de hoschtels gfonde hot. Heutzutage kauf ich manchmal ein reisefürer, zum beispil wenn ich ein groszes land besuch oder eine region mit mereren ländern. Generali „The Bible, la Lonely Planet … Reisefürors sei mir selten fad, weil ma demm nit wi normale büke lese muss, vo die beginn bis zu el end, sondan lese nur die seiten, die eini generell interesser un die seiten, die ma für spezifish informatione brauk.

MGB: Pflegst du unterwegs Rituale? Fotografierst du dich mit Gartenzwerg wie die Stewardess in Die fabelhafte Welt der Amelie oder lässt du vor Militaristen-Statuen die Hose runter wie wir?

ZdR: In Nordkorea hab ik ein amigo bitte, vo mir a foto tu make tusamme mit die Kims, i mein el einzige fette Kims in Nordkorea, nit die nordkoriano pople, die au Kim heiss. Des war aber koi ritual, sondern blosz a spontane idee. Eine sache die man als ritual betrachten könnte: Wenn ich in ain noies land komm, such ich ain platz zum blaiben, dann setz ich mich gern in aine bar, möglichst draussen, bestell ain bir und beobachte die passanten und das leben. Wenn i das nit tu kann, werd i shon a bissi frustrert.

MGB: Zum Reisen gehört irgendwie auch, den anderen zu verchecken, dass man unterwegs ist oder war. Um sie zu ärgern oder ihnen zu sagen: wish you were here. Heute geht das per eMail, SMS oder Visagen-Schmöker-Eintrag. Was hältst du davon? Um wie machst du das?

ZdR: Naja, as i starte ha mid e-maile tu werk, ercelet i tu el erst amigi die ganze stori, dann hab i die texto copiert un tu el andris sendet, un maket eventual minim enderus. Hoi dei i teng un blog … Manchm å l schreib ich an artikel, verkauf es einer zeidong, dann sag i de leid, se sollen de zeidong kaufe oder se onlein lese. Klar, alles zimlich unpersönlich, aber so is die welt heutzutage. Ainasaits könnt ich 100 lange handgesribene brife an die froinde shiken, andrasaits würd ich warshainlich kaum mer als aine antwort bekommen… A lange brif sreiben, druken, ihn in a cuvert steken, el adresse sreiben, auf die post gen – Wer gibe si sho dise ganze mü, heudtudag?

MGB: Unser Reporter Chief Chibuku sagt, nach einer guten Reise sieht es in seinem Kopf aus wie in einer Messie-Wohnung. Nur eben Eindrücke statt Pizza-Schachteln. Er verspürt dann den Drang, seine Brain-Kitchen aufzuräumen. Indem er über die Reise schreibt, heftet er sie ab. Ganz schön spießig, oder? Hat deswegen auch mal eine Meister-Proper-Uhr geschenkt bekommen. Was machst du mit deinen Reisen, wenn du keine Bücher drüber schreibst?

ZdR: Auch ich muss meine Erlebnisse vom Hirn auf Ritzblatt oder auf den Rechner verlagern. De speicherkapazität vo meim gedächtnis isch begrenzt, ond solche erinneronga wären sonscht verlore gange. Ich weiss, Nietzsche sagte das der übermensch kein gedächtnis hat, und ich hab nich vil davon, aber wenn das gedächtnis auf papier is oder im computer, sollte das kein probleem sein: Das papir oda der kompiuta ham kaine probleme damit, wenn ma sagt, si sind kaine übamenshen.

MGB: Irgendein Reiseziel, das du unseren nebenspurigen Lesern ans Knie legen kannst?

ZdR: Normalik i sei ki mai favorito land is Thailand. Clar, nit die Thailand da turis, vo Kosamui, vo Phuket. Schöne Landschaften, schöne Strände, gutes Wetter, ausgezeichnetes Essen, schöne Weiber, alles arbeitet reibungslos, die Leute sind freundlich aber nicht aufdringlich. Dann hån i mei lischt mid de faszinirendsten länder, länder iber die i nåch a woch aufendhald mer zo erzäle hån als iber manche andre nåch oim jår. Was nich heisst, das ich mein lebensabend in eim diser länder verbringen möchte. Hir die 4 lenda, in kronologisha raienfolge:
1) USA, wegen de ser vershidene landshafte, wegen de leuti die super spiszlik o super gaga sei kann.
2) Türkie, wegen die super originale landshapes un wegen el extremo, cuasi atavistico gastfreundliheid da türkis.
3) Japan, wegen der Schlitzaugpreussen, dem andersartigsten Volk der Welt – de legend sait, das se vo de gödder stammet. Ich ge mal davon aus, das sie ausserirdische meinen, und ich glaub wirklich, das sie von ausserirdischen stammen. Stell dir for, du bittest ain japaner um aine informazion um aine gewisse adresse. Er kenn el antwort nit, un gebe di 2 tüte foller einkaufus – un if ju nit acceptee, is sein ere tudipest verlecet, un er muss harakiri mak.
4) Reich der Mitte, wegen der sehr andersartigen Landschaften, der verrückten Sprache, und neuerdings wegen der Riesenhaftigkeit der Städte, der Bauten… One vo d unglaubliche vilfalt an esse zo schwätze, wo nix mid de langweilige esse vo den internazionale chinesische restaurants zo dua hot – hinerfloisch chop suey, rindfloisch chop suey, hinerfloisch mid bambusprossa ond zitronagras, rindfloisch mid bambussprossa ond zitronagras. In China is alles anders, und vor allem: 50% essen, 50% chilli!

MGB: Wie wir dich kennen, kommt jetzt noch die Backlist …

ZdR: Genau, ma sollte nich ain par andre ser interessante lenda fergessen: Zu beispil Venezuela, wo ma file probleme mit polizei un bürokratie ha, aba dey ha die Gran Sabana, die Grosze Savann, für mik einu der fassinaleste landshafte vo die welt. Un es give Cuba, mid sei tropico socialismo – visitee’s solang es nok existee. Or Island, co su extra-terestre paisag ond sicher s oinzige ländle, wo mer wasserfäll als menscha hot. ganz zu schweigen vom hákarl, dem hai den ma fischt, begrabt, rausnimmt nach monaten und isst – warshainlich der weltmaista im ekelwettbewerb, oda es ferlirt nur gegen spinnen und skorpionen. In Afrika würd i Botswana besuk, zwishen ein einkaufszentrum un die nextu se ma rinozeris, pavianis, sogar presidentis… en echte juweel! Um die paradies kenne tu lern, sollat ma die Südsee se, zum exemplo Samoa, die land da blumen, o Tuvalu, die land mit nur ein strat. Und wenn man sich schon in der Gegend befindet, kann man auch Neuseeland besuchen, wenigstens die Leute, die nicht viel von der Welt gesehen haben, weil dort alle Landschaften der Welt auf einem Fleck zusammengewürfelt sind.

MGB: Irgendwas vergessen, Mr. Länderlisting?

ZdR: Klar: Ma kann nich sagen, das ma die welt geseen hat, wenn ma nich in Indien war. Last but not least, la contrastale Brazil, wo je nach der region ma sich in Norwegen oder im Congo fylen kann. Die probleem is nur die folk: Brazilis ha nur fir cualitee: wir bi bello, stark, inteligent un besheiden. So, ich habe fertig.

(Very Happy End)

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