Fish & Fritz – almost crisp Yorkshire Tales (4)

Our woofy stay at a doggy-style Hotel

Meriten statt Flöhe: Lord Barkville (l.) und der Duke of Bellington (r.) (Foto: Munich Globe Bloggers)

Meriten statt Flöhe: Lord Barkville (l.) und der Duke of Bellington (r.) (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). „Dog friendly Hotel“ ist maximales britisches Understatement. „Dog adoring Hotel“ müsste es heißen. Oder „Dog celebrating Hotel“. Das Devonshire Arms Country House Hotel & Spa, wie es in voller Nobleman-Länge heißt, ist ein kleines Versailles, gewidmet Seiner Waujestät Struppi XIV. Den Pracht-Salon zieren eine Hunde-Tapete, Hunde-Porträts und eine Hunde-Skulptur. Als wir näher treten, bewegt sich der struppige schwarze Designer-Sessel und schüttelt die Ohren. Oha, ein Echt-Hund von mammuteskem Ausmaß. Hoffentlich ist er nicht zutraulich. Wenn sich dieser Dogzilla auf meinen Fuß setzt, habe ich eine fucking Taucherflosse. Eher unpraktisch, so weit vom Meer.

Wir sehen eigentlich nicht aus wie Hunde und artikulieren uns dank Fritzgas Oxford-Englisch – beinahe hätte ich geschrieben Dogsford – auch eher im humanen Kommunikations-Spektrum. Nicht einmal im Gepäck haben wir einen Hund. Dafür werden wir sehr freundlich empfangen. Vielleicht liegt es an unserer dogaffinen Aura, die eine ganze Teleskop-Leinen-Länge vor uns die Lobby betritt. So wie man es bisweilen in James-Bond-Filmen hört: „Mr. Bond, Ihr Ruf ist Ihnen vorausgeeilt.“

Es wurmt mich, dass wir nicht nach einer Hotelführung gefragt haben. Gerade die Ahnengalerie dieser Dog-Nobels hätte mich gereizt. „Hier sehen Sie den Duke of Bellington, neben ihm Lord Barkville und seine französische Cousine Madame Puppydou.“ Und in der Bibliothek erwartet uns gewiss eine ganze Regal-Zeile mit den Abenteuern des Super-Schnüfflers Sherlock Bones. Woovy, indeed!

Warum wir hier sind? Diese Frage sollte man Reisenden nicht stellen. Das Reisen hat seine eigene Logik. Wer sich darauf einlässt, folgt ihrem Spiel mitsamt ihren erst später begreifbaren oder für immer unergründlichen Wegen. Manchmal denke ich, jeder Reisende hat eine innere Hundenase. Wie ein Autopilot folgt sie rätselhaften Fährten, die den Monika-Mustermann-Sinnen verborgen bleiben.

Das Devonshire Arms Hotel steht im great english nowhere, googlemapsgeschätze 20 Meilen nordwestlich von Leeds. Dort, wo sich Gummistiefel und Angelrute „Good duck!“ wünschen. Am River Wharfe entlang spazieren wir über britisch grüne Wiesen zum Bolton Abbey, einem dieser Cabrio-Klöster, die sich eine Zeitlang als Steinbruch über Grundwasser hielten. Die Mauern ähneln dem Gebiss eines molwanischen Bauern. Bolton Abbey jobbte auch als unbezahltes Model für den englischen Ruinen-Maler William Turner (1775-1851) und als Vorhang für dem Hunde-Porträtisten Edwin Henry Landseer (1802-1883). Uns gefällt’s hier. Fritzga sonnt sich in ihrem froschköniggrünen Dufflecoat auf einer Bank vor dem Kirchen-Skelett. Hübsche Cover-Variante zum Supertramp-Album Crisis? What Crisis?

(Weiter mit Folge 5

2 comments to Fish & Fritz – almost crisp Yorkshire Tales (4)

  • bani

    this is all so funny,part 3 (!!!) and 4! what a lovely story – nice to relive it!

    • Munich Globe Bloggers

      Da freuen wir uns doch, dass wir auch in der englischen Sprachwelt unsere Leserkreise ziehen. Quasi Neuland! Also: Thank you, lovely Englanders that you our Blog read and not only the pictures onlook and overthat onetaking comments scribe. We scribe us this behind our ears and will in future England crowdier besearch.
      Highwarningfull!
      The Munich Globe Bloggers

Leave a Reply

You can use these HTML tags

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>