Fish & Fritz – almost crisp Yorkshire Tales (3)

Brontësaurus vs. Sheepzilla

Bride and Apple Juice? Nee, das war ja von Jane Austin (geborene Powers), ach, egal! (Foto: Munich Globe Bloggers)

Bride and Apple Juice? Nee, das war ja von Jane Austin (geborene Powers), ach, egal! (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Brontëmania ist die kleine, schüchterne Schwester der Beatlemania. Magersüchtig, die Seele übersät mit Weltschmerz-Kratern. Diese Euphorie-Gouvernante hat meinen Geist korsettiert wie eine post-viktorianische Büchsen-Sardine. They call it Haworth Syndrom. Auffi muass i. Der Hügel ruft. Wuthering Heights. Das sturmhohe Farmhaus der Earnshaws. Grey and clouded, omen loaded. Man braucht Emily Brontës Zwerchfellpflege-Ratgeber gar nicht gelesen zu haben, um dort oben von ihrem Figuren umlungert zu werden als gehörten sie zu Graf Larkulas finsteren Spaßsaugern, die Mundwinkel tief nach unten gezogen wie Fangzähne.

Gerade will ich meinen Brontë-Witz anbringen, da entdecke ich die Tafel an der Ruine, die außerhalb Emilys Buchdeckel Top Withens heißt. „This farmhouse has been associated with ‘Wuthering Heights’, the Earnshaw home in Emily Brontë’s novel. The buildings, even when complete, bore no resemblance to the house she described, but the situation may have been in her mind when she wrote of the moorland setting of the heights.“ Gezeichnet: Brontë Society. Passt schon, ihr protestantischen Witz-Beichter und Imaginations-Asketen. Mit Lebensfreude teert man sich den Weg zur Hölle, gelle? Ich bekomme richtig Lust auf Schwarzbrot und Lungenentzündung.

Top Withens ist umgeben von haworthy Grasland, diesem very british Mix aus anarchistisch sprießendem Spitzwegerich und schafgemähtem Golfplatz. Auf einer Bank neben der Ruine sitzen drei englische Grannys und futtern Äpfel. Granny Smith. Der post-viktorianische Brite hat Humor. In Wort und Haltung. Und da taucht auch mein Brontë-Witz wieder auf: „Wie heißt das kürzeste Buch der Welt?“ Ehe Fritzga in spaßbremsender Absicht gegen meinen gerechten Humor-Vollzug intervenieren kann, antworte ich mir selbst: „Laughing with the Brontës“. Fritzga tippt sich an die Schläfe. „Tock, tock, tock.“

Auf dem Rückweg nach Haworth pflücken wir zwei weitere Brontë-Spots. Die Brontë Bridge over very troubled water („destroyed by flash flood 19th May 1989, rebuilt March 1990“) – wie könnte es anders sein. Und die Brontë Waterfalls. An dem kleinen Plätschermann ließen die drei Pfarrerstöchter ihren notorischen Lebensernst auch mal fahren, während der Wind die Haltbarkeit ihrer Drei-Schwestern-Taft-Frisuren testete. Mir fällt eine Schlüsselszene ein für das bereits erwähnte Monster-Duell Brontësaurus gegen Sheepzilla. Aber bevor es neben mir wieder „tock, tock, tock“ macht, packe ich lieber die Brotzeit aus.

(Weiter mit Folge 4)

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