Kings of Warmdusch: The Beach Hopper’s Guide to Tinos (5)

Calamari-Safari am Beach Rohari

Still 60s after all that Years: Pirgos-Postkarte mit Retro-Glimmen (Foto: Mnemos Nostalgis)

Still 60s after all that Years: Pirgos-Postkarte mit Retro-Glimmen (Foto: Mnemos Nostalgis)

 

(Hier geht’s zu Folge 1). Auf der Karte sieht die Insel Tinos aus wie ein sitzendes Kurzhalsdromedar, das gerade einen Dattelkern ausspuckt. (Ich wollte zuerst „Kamel“ schreiben, aber dann meldet sich vielleicht einer diese nanokarierten Superstudiosi: „Du meinst wohl Dromedar. Ein Kamel hat zwei Höcker. Sabbeldibabbel …“). Okay, als griechisches Dromedar spuckt Tinos vielleicht eher einen Olivenkern. Den Kopf trägt das Tinos-Dromedar im Nordwesten. Eben dort, quasi im Nacken namens Panormos Bucht, liegt unser nächster Strand herum: Rohari Beach. Klingt nobler als er ist. An Land sandig (safariweiß), im Wasser kieselsteinig. Könnte etwas Pflege (Arenaeküre) vertragen. Immerhin punktet der Blick auf die unbewohnte Felseninsel mit pensioniertem Leuchtturm. Die Tinoten nennen sie Planitis. Wissen wir noch nicht zu diesem Zeitpunkt, deshalb projizieren wir bei der Spontantaufe unsere Sehnsüchte. Bei Däkki heißt sie Choriatikis, bei Sebis Souvlakis und bei mir Dr. Calamari – wie dieser expressionistische Stummfilm-Heini. Offenbar haben wir alle Hunger.

Unsere Visionen konkretisieren sich in Ormo Panormou, einem Ortsteil von Panormos alias Pirgos alias Pyrgos. Auf dem Weg zum Rohari Beach passiert man die relaxte Uferpromenade mit eigenem kleinen Strand, Fischer- und Segelboten und Restaurants mit blauen Stühlen. Wir futtern Eins-a-Calamaris. Und was für Portionen. „Sakratis!“, entfährt es meiner kalauergestimmten Ouzo-Schublade. „Wollen die uns domästen?“ Das befürchtete Zwerchfellbeben der Stärke 7 auf der Willy-Astor-Skala bleibt aus. Die Blicke meiner Gefährten signalisieren mir ein 48-stündiges Kalauer-Moratorium. Witz Watchers oder was?

Auf unserem witzkalorienreduzierten Rückweg halten wir in Pirgos. Das Deko-Dorf mit den Marmor- und Holz-Künstlern. Wikileaks-Tipp unter Treppisten, also Leuten, die gerne Treppen steigen. Auf Tinos zum Glück noch kein Trendsport. Denke da an das Philadelphia Museum of Art, wo seit Jahren Touris die Stufen hochspurten wie Rocky und ihr Video davon auf Youtube posten.

Helios’ Arbeitseifer macht aus unserer Treppenlust eine Limited Edition, die schnell vergriffen ist. Ganz im Gegensatz zu unserer Strandlaune. Am Abend wird sie richtig munter. Zum Sundown an die nördliche Westküste. Wir checken zum schnuckeligen Ormos Isternia Beach. Weicher, braungebrannter Sand, wie zum Nacheifern gedacht. Strandet directamente auf Platz 2 unseres Beach-Rankings. Die Chill-Akkus leuchten kaperngrün. Bereit für die Road-Odyssee über die halbe Insel zu unserem Basecamp Casa Adelfi in Triantaros. Featuring The Hollies:

The road is long
With many a winding turn
That leads us to who knows where …

(Weiter zu Folge 6)

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