Kings of Warmdusch: The Beach Hopper’s Guide to Tinos (4)

Dolce Vita in Kolimbithra

So sehen Sieger aus: Hulk Sebis und Paxi Dilemmachos beim „Aphrodite & Honey Rider Ähnlichkeits-Synchron-Stranding“ am Kolimbithra Beach, Tinos (Foto: Munich Globe Bloggers)

So sehen Sieger aus: Hulk Sebis und Paxi Dilemmachos beim „Aphrodite & Honey Rider Ähnlichkeits-Synchron-Stranding“ am Kolimbithra Beach, Tinos (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1). Die Jukebox mag mich. Als sich Kolimbithra Beach vor uns ausrollt wie sonnenuntergangskolorierte Auslegware für Filmsterne, spielt sie Salad Days von den Young Marble Giants. Think of salad days / They were folly and fun / They were good, they were young. Hätte ja auch Time von Pink Floyd spielen können oder Everybody’s Changing von Keane. Dann wär’s um mich geschehen gewesen. Schönheit ist ja eigentlich ganz schön, aber zu viel davon wirkt wie ein starkes Melancholikum. „Man soll die Schönheit annehmen, wenn sie da ist“, rät der griechische Philosoph Schwadronysos (69 n. Diog.). Was ich zu allererst annehme, ist ein Bier und ein Teller Seefutter in dieser meergöttlichen Taverne über dem Strand. Leider bekommt ihr Name keinen Platz mehr in meiner Memory-Amphore, die bis zum hintersten Winkel gefüllt ist mit Köstlichkeiten und Meerblick. Überfüllhorn. Ich glaube, sie heißt einfach nur Snack-Bar. Und wir haben auch schon unseren Chef-Snack: diese riesigen gesalzenen Kapern. Kriegt man überall auf Tinos.

Den Strand haben wir mal wieder fast für uns. Ein paar Handtücher mit Leuten drauf und zwei vor- und nachwitzige Katzen, die an Booten, Liegestühlen und unseren Taschen Parkour üben. What a Beach! Einer dieser Strände, bei denen man gefühlte fünfzig Meter ins Wasser rennen kann, bis einen das Meer mit einem coolen Thalasso-Feger in die Horizontale befördert. Kein Kälteschock, kein „Fuck!“ – die Ägäis ist die Badewanne der griechischen Götter. Und die sind laut dem Dichter Phaselis (ca. 21 v. Hom.) die jämmerlichsten Warmbader und Sommer-Saunierer, die das Universum seit dem Urknall ausgespuckt hat.

Die grünen Strandliegen mit den überdimensionalen Cocktailschirmchen kosten ein bisschen Miete. Aber alles fair play. Überhaupt lässt sich’s auf Tinos ganz gut leben. Die ganze Insel existiert quasi nur im Chill-Modus. „Stellt den Mietwagen bei der Abreise am Fährhafen ab und legt die Schlüssel unter die Sonnenblende“, sagt unser gut gelaunter Car-Dealer Dimitri Lagouros. Einzig Windgott Äolus alias Mr. 24/7/365-Blowjob markiert den Anschieber (typische Frage: „What’s a Pause?“).

Ein bisschen traurig sind wir dann schon, als wir unsere langen Schatten im Auto verstauen und zurück serpentinieren zu unserem Quartier Casa Adelfi in Triantaros. Wir ahnen es. Kolimbithra Beach ist schwer zu overbeachen. Trotzdem: Mission bleibt Mission. Wir testen Tinos nach allen Regeln der Sonnenanbeter-Kunst auf Sand und Wellen. We’re not done yet, folks.

(Weiter zu Folge 5)

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