Kings of Warmdusch: The Beach Hopper’s Guide to Tinos (2)

Wish you were beer - die Südstrände

Wish you were here: Pink-Floyd-Innencover neo-spacig nachgestellt am Laouti-Beach (Foto: Munich Globe Bloggers)

Wish you were here: Pink-Floyd-Innencover neo-spacig nachgestellt am Laouti-Beach (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 1) „Am Strand ist das Paradies. Am Strand ist die Hölle.“ Steht weiß auf dem schwarzen Cover von Don Winslows Kings of Cool. Hinten. Mein Strandsupport. Eigentlich sollte man uns das ansehen. Okay, vielleicht haben die Griechen gerade andere Sorgen, als zu überlegen ob die drei Touris am Strand nur analogcool sind oder gar tsunamifuckingobercool. Deshalb der Wink mit dem imaginierten Surfbrett. Noch ‘ne Klarstellung zum Mitnehmen: Laouti Beach, 6 km östlich von Tinos City, ähnelt nie und nirgendwo Laguna Beach zwischen L.A. und San Diego – obgleich unsere Präsenz einer Verwechslung massiv Vorschub leistet. Coolness strahlt ab. Und die Leute sehen, was sie sehen wollen. Sie packen uns schnittige Surfbretter unter die Füße und riesige Wellen unter die Surfbretter. Und ihre Ohren spielen ein kratziges Wild as the Sea von den Sandals wie eine Good Old Wurlitzer One More Time.

Laouti Beach haben wir praktisch für uns. Wie fast alle Strände auf Tinos. Laouti hat noch zwei Omis am Start, die ihre Zehen zum Kielholen schicken. Und eine Katze, die auf mein rotes Badetuch sabbert. Fein. Äolus ist auch schon da. Immer der Erste. Am Strand. Auf der Terrasse. Im Restaurant. Fühlen uns wie im Drei-Wetter-Taft-Testlabor. Winslow blättert sich von selbst um. Cool, aber der Rhythmus könnte noch optimiert werden. Zu schnell für mich. Passt eher zu Däkki, die Buchstaben wegschnupft wie die Blaue Elise aus Pink Panther quasi alles außer Ameisen. Die kleinen Krabbelroboter erwischt sie ja nie. Laouti Beach und der Steinstrand Lihnaftia Beach (beide im Südosten) sind eher Erste-Hilfe-Strände. Um akute Meerbedürfnisse zu verarzten. Aber irgendwie zu dürftig, um unsere Old-School-Griechenland-Sehnsucht STS-mäßig zu therapieren: „… A Bottle Rotwein in der Hand / Und steck’ die Füß’ in’ weißen Sand …“ Vielleicht liegt’s einfach an der Tageszeit. Nichts ist trostloser als ein Strand zur Mittagszeit. Der Morgen und der Abend kitzeln dem Strand die Romantik aus dem Sand.

Meine Singversuche mit Ösi-Upgrade scheitern am Veto meiner Begleiter und einiger halbstarker Möwen. Zum Abschied stelle ich mich an die Ägäis und sage ihr: „Wish you were beer.“

(Weiter zu Folge 3)

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