Leute neben der Spur (7)

Miss Nomadenpenny - Folge 4: Leben ist Reisen

My wallpaper is blue - my life too: Nomaden-Conni (Foto: C. Biesalski)

My wallpaper is blue – my life too: Nomaden-Conni (Foto: C. Biesalski)

(This way zu Folge 1 des Interviews). So schnell geht’s: Heute präsentieren wir schon den letzten Teil unserer erfrischenden Plauderei mit der yellow-submarine-coolen Nomadin Conni Biesalski, quasi Ikone der Globetrotter- und Backpacker-Szene. Thank you so much, Conni. May the wanderlust be with you!

MGB: Du bewirbst dich mit dem Message-Trio: „I work passionately. I travel timelessly. I dive professionally.” Was versteht du unter zeitlosem Reisen?

Connie Biesalski: Für mich existiert Zeit auf Reisen so nicht. Für mich hat eine Reise auch meist kein Ende. Für mich ist das Leben Reisen.

MGB: Oha! Und was machst du, wenn dein Hirn überladen ist mit Eindrücken? Stehenbleiben? Weitereisen? Ab ins Base-Camp?

CB: Ich reise generell recht langsam, daher passiert das nicht so schnell. Aber wenn doch, dann: Stehenbleiben. Ein paar Wochen oder auch Monate an einem Ort bleiben, Freunde finden, Routine entwickeln, runterkommen.

MGB: Manchmal hilft Mucke. Hast du unverzichtbare Titel in deinem Reise-Soundtrack?

CB: Hab ich nicht. Ich liebe Musik und höre viel davon auf Reisen, aber einen Travel-Soundtrack per se habe ich nicht. Meine Playlisten verändern sich dafür viel zu schnell und stark.

MGB: Was passiert mit den Büchern, die du ausgelesen hast?

CB: Ich nutze einen Kindle E-Reader auf Reisen und auch zu Hause seit einem Jahr. Davor habe ich Bücher weitergegeben, getauscht oder verkauft. Ich sammel nicht gern Bücher, sind zu schwer für eine Nomadin ;)

MGB: Das Buch, das jeden zum Traveler macht?

CB: Vagabonding von Rolf Potts.

MGB: In deinem E-Book Lebe deinen Reisetraum konfrontierst du die Stubenhocker mit ihren bequemsten Ausreden und zerpflückst sie wie ein Cajun-Hühnchen. Bist du eine Nomaden-Missionarin?

CB: Anscheinend ja, wenn du es so formulierst. Ich kann es einfach nicht mit anschauen, dass Leute aus Angst und Bequemlichkeit nicht auf ihre ersehnte Reise gehen. Das finde ich persönlich ziemlich dramatisch. Das Leben und die Welt bietet so viel mehr. Und rein objektiv gesehen gibt es keinen Grund, warum man seine Träume nicht leben kann. Das will ich meinen Lesern klar machen, und dazu braucht es scheinbar auch einen verbalen Arschtritt.

MGB: Braucht die Welt mehr moderne Nomaden?

CB: Ob die Welt an sich mehr moderne Nomaden braucht, kann ich nicht sagen. Aber grundsätzlich fände ich sehr schön, wenn sich die Welt und seine Bewohner mehr vermischen würden. Warum dort wohnen, wo man geboren ist? Wer sagt, dass man das muss? Wer sagt, dass es nur das eine konventionelle Leben der Sesshaftigkeit gibt? Warum nicht Erfahrungen über Besitztümer setzen?

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