Leute neben der Spur (5)

Miss Nomadenpenny - Folge 2: Minimalismus als Lebensphilosophie

Smile for a mile: Nomaden-Conni (Foto: C. Biesalski)

Smile for a mile: Nomaden-Conni (Foto: C. Biesalski)

(This way zu Folge 1). Und hier kommt die Fortsetzung unserer Plauderei mit der modernen Nomadin Conni Biesalski.

MGB: Conni, du bist meist in südlichen Breiten unterwegs. Bist du ein Sommermensch oder passen Sonnenländer einfach besser zum Nomadenleben?

Conni Biesalski: Ich bin auf jeden Fall ein Sonnen-, Sommer- und Wassermensch. Schon immer. Bin einfach in die falschen Breitengrade reingeboren hier in Deutschland. Mein Herz und meine Seele fühlen sich in tropischen Regionen einfach am besten. Und leiden unglaublich im Winter. Und ja, Sonnenländer passen besser zu meinem minimalistischen Reisestil, da ich weniger mitnehmen muss.

MGB: Du lebst Minimalismus und Mobilität. Als Tauchlehrerin kannst du überall arbeiten, wo Wasser ist. Internet für dein Social-Media-Management gibt’s auch an jeder Ecke. Lässt sich das noch optimieren?

CB: In Zukunft plane ich die Sommermonate (Juni-September) in Deutschland (Berlin und Bayern) zu verbringen und den Rest des Jahres on the road oder dort, wo es mir gerade gefällt. Und was meine Arbeit angeht, möchte ich weniger Kundenprojekte machen und mich mehr auf meine eigenen konzentrieren, um irgendwann komplett davon leben zu können. Außerdem finde ich, dass ich momentan zu viel Zeit am Laptop verbringe – auch wenn ich sehr gern arbeite. 1-3 Stunden am Tag wäre das Optimum mit mindestens einem kompletten day off in der Woche. Derzeit sind es wohl eher 4-6 Std. und auch oft am Wochenende. Da muss ich mich einfach mehr zusammenreißen und den Laptop einfach mal Laptop sein lassen, denn zumeist kann ich mir aussuchen, wie viel Zeit ich investieren möchte.

MGB: Pflegst du neben dem Nomadenleben noch andere coole Spleens, irgendwelche Rituale oder lässt du deine Zeche beim Universum anschreiben?

CB: Ich mache Yoga, meditiere und bin Anhängerin des Buddhismus. Zudem bin ich Vegetarierin seit Geburt und habe noch nie Fleisch oder Fisch gegessen. Minimalismus ist für mich nicht nur ein Lebensstil, sondern eine Lebensphilosophie.

MGB: Dein Basislager ist in Berlin. Was treibst du da und wie lange hältst du es aus, bis dich das Nomaden-Fieber in den Hintern zwickt?

CB: Seit einigen Monaten habe ich eine Wohnung in Berlin, da ich mal etwas runterkommen wollte. Das hab ich getan und würde den Mietvertrag am liebsten sofort kündigen. Einen Monat nach meiner Ankunft in Berlin haben meine Füße schon wieder gekitzelt. Leider steht einiges an in nächster Zeit, hier in Berlin und in Europa, daher behalte ich meine Base wohl bis Herbst.

MGB: Wie wirkt sich dein Nomadentum auf das Base-Camp aus? Lebst du da auch minimalistisch oder suchst du dann eher nach einem Kontrast?

CB: Wie gesagt, Minimalismus ist für mich eine Lebensphilosophie. Auch hier in meiner Berliner Wohnung lebe ich mit sehr wenig und besitze nur das Nötigste und Wichtigste. All meine Dinge passen in einen Umzugskarton. Die Wände sind alle weiß. Außer einer Kerze habe ich nichts, was die Wohnung verziert.

(Weiter zu Folge 3)

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