Das Lächeln von Cheap-Air

Zehn startbahnbrechende Gebührenvorschläge für Bodenpreisflieger

Lächeln gegen Aufpreis: Charge-Air-Flugbegleiterin Minerva McGonagall (Foto: Munich Globe Bloggers)

Lächeln gegen Aufpreis: Charge-Air-Flugbegleiterin Minerva McGonagall (Foto: Munich Globe Bloggers)

Advent, Advent, der Ryan spinnt. Zum Jahres-Checkout öffnet der irische Gebühren-Ideen-Flieger Ryanair endlich wieder seine Hintertürchen und verwöhnt die Fluggäste mit kreativen Service-Tarif-Überraschungen. Diesmal eine Verwaltungsgebühr (6 Euro), da die Passagiere nicht nur transportiert, sondern obendrein abgewickelt werden. Dazu kommt eine Gebühr für traditionsfeindliche Kunden, die im Internet mit Kreditkarte bezahlen. Im letzten Jahr wurden Fortschrittsbremsen, die ihr Gepäck analog aufgaben statt online einzuchecken, mit einer Umständlichkeitsgebühr (Dino-Tax) getätschelt. Danke, gaaaanz großes Bordkino. Die Munich Globe Bloggers sind vor lauter Freude in Blitz-Klausur gegangen und präsentieren in der ersten Folge der neuen Serie List it! zehn up-and-coming Gebühren-Service-Lösungen, damit McChickenwings & Co auch in Zukunft noch kraftvoll in Ihr Portemonnaie beißen können. Good pay!

1. Erfrischungsverschütt-Versicherung: 7 Euro. Bezahlt, wer nicht mit durch Flugbegleitern verursachten Kaffee- oder Tomatensaft-Flecken auf Hose, Rock, Hemd oder Bluse am Zielflughafen ankommen bzw. dafür Schadensersatz (in Form von Service-Gutscheinen) beanspruchen möchte.

2. Abhebe-Gebühr: 19 Euro. Am teuersten beim Fliegen ist das Abheben. Gebühr gilt für Passagiere, die neben dem Eincheck-, Sitzplatz-, Security-Aerobic-, Sicherheitsgurt-Anlege-Advice-Service und dem persönlichen Luggage-Store-Consulting auch noch mit dem Flieger abheben wollen.

3. Toilettenbeleuchtungsgebühr: 2 Euro. Eine Benutzungsgebühr ist leider gesetzeswidrig bis sich die Creative-Tax-Lobby endlich durchgesetzt hat. Aber von einem Anspruch auf Beleuchtung in der Toilette steht nichts im Gesetzbuch.

4. Untreue-Gebühr: 6 Euro pro Fremdflug. Betrifft jeden, der seit dem letzten Flug mit dieser Airline mindestens einmal mit einer anderen Airline geflogen ist.

5. Individual-Service-Gebühr: 4 Euro pro Leistung. Buchbarer Aufpreis für flugbegleiternahe mimische und verbale Dienstleistungen wie Lächeln, Platzanweisung, Willkommens- und Abschiedsgrußworte (hallo, tschüs, zupf di) in bis zu drei verschiedenen Sprachen. Wahlweise als Flatrate (für den gesamten Flug) 10 Euro (Langstrecke: 15 Euro).

6. Luftaufbereitungsgebühr: 12 Euro. Die Luftaufbereitung (Sauerstoffzufuhr, Druckausgleich, Temperaturregelung) ist ein Service, der Passagieren bislang unentgeltlich zur Verfügung gestellt wurde. Das ist nicht mehr zeitgemäß. Wer sein eigenes Sauerstoffdruckausgleichklimagerät mitführt, wird von dieser Gebühr befreit, zahlt allerdings einen Handsperrgepäckzuschlag von 20 Euro.

7. Körpernorm-Abweichungsgebühr: 14 Euro: Betrifft jeden, der die europäische Passagier-Norm-Größe um mehr als 10 cm oder das Passagier-Norm-Gewicht um mehr als 5 Kilo überschreitet.

8. Fremdschäm-Gebühr: 19 Euro. Bezahlen Passagiere, die in Freizeitkleidung, Fußballfanklamotten etc. die Geschmacksnerven von Crew und Businessclass-Kunden strapazieren (ausgenommen sind Merchandising-Produkte der ausgewählten Fluggesellschaft). Unter diese Regelung fallen u. a. auch schwitzende Passagiere (Transpiranten) und Spuckbeutelbenutzer (Kotztüten-User).

9. Old-School-Gebühr: 14 Euro. Zahlt, wer die Flugreise tatsächlich antritt, anstatt nur online einzuchecken und zu Hause zu bleiben oder sich per Transporterstrahl (Beamen) zum Zielort navigieren zu lassen.

10. Service-Nichtnutzungsgebühr (Fachjargon: Knausertaxe; engl. Cheapskate-Charge): 22 Euro. Betrifft Passagiere, die sämtliche kostenpflichtige Zusatzservice-Angebote (Erfrischungen, Lächeln, Getränkeverschüttversicherung etc.) ablehnen.

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