Banana Bones und der Kristallweizenschädel (5)

Jordanien umarmt den Duft der Geschichte

Welt-Sakral-Erbe oder so: Das Gebüsch der sieben Weisheiten. Neu mit Bonusweisheit (Foto: Munich Globe Bloggers)

Welt-Sakral-Erbe oder so: Das Gebüsch der sieben Weisheiten. Neu mit Bonusweisheit (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 4). Jordanien verwandelte Banana Bones in einen Wüsten-Gourmet, einen Sandthusiasten, einen Deserteur. Und wenn es einen Ort gab, der Banana Bones noch mehr faszinierte als die rosa Felsenstadt Petra, dann Wadi Rum, Jordaniens Monument Valley. In einem Faltblatt fand Bones einen Satz für die Ewigkeit: „Rum ist die Naturschoenheit und Duft der Geschichte sowie der Platzheiligkeit und die Furcht einer Trennung bzw. Zwischenraum, den sie von dem Geraeusch der industriellen Welt in einer Naturumarmung aufnimmt.“ Diesen Satz würde er seinem Hauptdarsteller Jordan Camel in den Mund legen. Seine Wüstenkönigin würde ihm endlich um den Hals fallen und sie würden sich küssen, bis der Mond rot wäre vor Neid und Scham. Bones überlegte, ob er nicht selbst die Hauptrolle übernehmen sollte. Zumindest für die letzte Szene. Den ganzen Action-Kram davor konnte ja ein Double machen.

Das Filmteam war in dunkelster Taufrühe aufgebrochen, um den Sonnenaufgang in der Sand-Erbe-Stätte Wadi Rum zu erleben. Banana Bones hatte alle Mühe, die faulen Langschläfersäcke zu überzeugen. „Folks, das ist eine fucking Offenbarung!“ schwor er seine Leute ein. Als die Sonne endlich ihr verpenntes Knautschgesicht über den Horizont hob, glänzte der Sand vor ihren Füßen röter als das Rote Meer. Am liebsten hätte sich Bones hinein gelegt und ein erquickendes Sandband genommen. Aber jetzt war Sidi mit seinem Wissen dran: „Fuchsia desertae al Suley-Manae.” Der jordanische Guide deutete auf einen mageren, aber in seiner weißen Kärglichkeit erhaben leuchtenden Dornbusch. „Das Gestrüpp der sieben Weisheiten. Inspirierte Moses zu seiner zehnsteinigen Autobiographie Alles stabil am Nil und zum Bestseller-Ratgeber Schlank wie Schilf. Die Zehn-Plagen-Diät. Jesus stellte an dem Astgerippe eine üppige Stange Wasser ab. Das einzige Dixi-Klo auf einem Areal von 6.000 km² war nämlich besetzt von einem dubiosen Beduinen namens Brian. Außerdem bestand Krawattenpflicht. Jesus konnte zwar Raider in Twix und wieder zurück verwandeln, aber Sand zu Krawatte hatte er in seinem VHS-Wunderkurs nicht gelernt. Die Stange Wasser hatte es in sich. Binnen Sekunden erblühte hier eine wundervolle Oase. Sie wurde vor einigen Jahren geschlossen. Zu viele Pilger wollten es ihrem Idol gleichtun. Dachten wohl, das bringt Glück, Hirn oder sonst was Brauchbares.“

(Weiter mit Folge 6)

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