Banana Bones und der Kristallweizenschädel (4)

Jordanien reitet ganz schön auf den Römern herum

Christo kam bis Jordanien: „Running Tents“ in Dana (Foto: Munich Globe Bloggers)

Christo kam bis Jordanien: „Running Tents“ in Dana (Foto: Munich Globe Bloggers)

(Hier geht’s zu Folge 3). Am Triumphbogen machte Banana Bones den Obelix. Tock! Tock! Tock! Jerash war ein Größenwahn-Diplom aus Stein. Eine Stunde später standen Bones und sein Team am oberen Ende des steilen Südtheaters und blickten hinunter auf die Bühne. Bones stellte sich vor, wie Kaiser Hadrian zu seinen Füßen Jubelposen einstudierte. Breitbeinig, im Stile eines portugiesischen Fußballidols, stand er da, blickte in die Sonne, deren Strahlkraft er locker in die Tasche steckte, und winkte beidhändig imaginäre Senatoren zu sich. Von den Rängen skandierten die ebenfalls nur gefühlten Zuschauer „Ha-Ha-Hadrian!“ Banana Bones legte seine Hand selbstbewusst um die Hüfte seiner Assistentin Miss Bunnypenny. Mit der freien Hand formte er eine halbe Kamera und ließ sie über Bühne und Sitzplätze gleiten. „Was meinst du, Hase? Eine Verfolgungsjagd mit Kampfszene auf der Bühne, bei der eine der kostbaren Moseskacheln zu Bruch geht? Drei Oscars Minimum.“ Er küsste sie sanft aufs Ohr, schmatzte am Ende aber eine Idee zu laut. Schon rotierte der Kuss wie im THX-Kino mit mächtig Dolby-Surround-Druck durchs Theater und schwoll zu einem Donnern an. „Autsch!“ fluchte Bunnypenny. „Cool!“ sagte Artdirector Big Mosh, der auch für den Ton verantwortlich war, und machte sich Notizen. Banana Bones jubelte: „Ich liebe diese verdammten Römer. Sie waren einfach die geilsten Spinner des Universums. Däniken inklusive.“

Auf dem Weg vom Toten Meer zum noch nicht ganz so toten (aber schon ziemlich blutigen) Roten Meer hielt die Minikarawane im Naturreservat Dana. Am Eingang zum Park war ein Camp mit runden weißen Zelten. „Sieht aus wie eine Fortsetzung von Christos Umbrellas“, sagte Mosh. „Christus? War der mal Schirmherr von einem Wunderkongress oder so?“ fragte Bones. Seine Allgemeinbildung passte locker unter ein Cocktailschirmchen. Dafür zog er er immer eine Idee aus seinem Kürbis. Die Verwandtschaft mit der Knorr-Familie war nicht zu leugnen. „Wenn wir die Zelte im richtigen Winkel filmen, sehen sie aus wie kleine UFOs. Und schon haben wir eine Alienparty, die unser Held Jordan Camel crashen könnte. Am besten unsichtbare Aliens. So sparen wir uns Maske, Schauspieler und den ganzen CGI-Scheiß.“ „Genial, Bones!“ sagten Bunny, Mosh und Sidi gleichzeitig.

(Weiter mit Folge 5)

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