Everyone kisses a Stranger

Trainspotting mit den Walkabouts

Cover_Walkabouts_Train leaves2

Es is imma 1/2 8i: Schöne Bahnhofsgefühle von den Walkabouts (Cover: Glitterhouse Records)

„This album ist not a destination; it is an unfinished, personal journey. It is a quick flare across borders; both imagined and sturdy. It is the faint sound of the train as it turns the corner, away from well-worn landmarks and cultural filing cabinets.“

The Walkabouts als kunstvolle Diebe: 14 europäische Songs hat die Band aus Seattle geklaut und im eigenen Stil neu versoundet. Train Leaves at Eight ist entrückt wie die Zeit an einem fremden Bahnhof, melancholisch wie der Blick aus dem Fenster eines abfahrenden Zuges. 14 Songs von dem kleinen Kontinent voller Grenzen, Sprachen und Kulturen. Der Titel von Mikis Theodorakis ist ein schwermütiges Instrumental mit Akkordeon und Violine. Verloren wie das Mädchen in Edward Hoppers Bild Automat (1927). Manchmal dröhnen die Lichter der Großstadt wie in Françoiz Breuts Everyone kisses a Stranger. Zum Abschied regnet es 70s-Krautrock. Leb wohl! von Neu! Der Blick in die Dämmerung, die Konturen des eigenen Spiegelbildes verschmelzen mit der vorbeirauschenden Landschaft. Mega-Seufz.

12 Jahre ist dieses Album schon unterwegs. Und viel zu schön, um es zu vergessen. Ein summender Rucksack, eine akustische Landkarte, gebraucht und zerfleddert, aber von unschätzbarem Wert. Heute und eines Tages, wenn wir nur noch aus Erinnerungen bestehen. „In the end, the only map one needs is the songs themselves.“

The Walkabouts: Train Leaves at Eight, 2000, Glitterhouse Records

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