The Iceberg has been drinking

Am 100. Geburtstag bleibt die Titanic lieber zu Hause

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Museum on the Rocks: Titanic Belfast gibt der Tragödie neuen Auftrieb (Bild: Northern Ireland Tourist Board)

Gerstensuppe gab’s in der dritten Klasse – einen beheizten Pool für die First Class. Das Interesse für solchen Klimbim, hundert Jahre nach der Jungfernfahrt, verdankt die Titanic ihrem Blind Date mit Eisberg Murphy. Wir haben dazu unsere eigene Theorie: Schuld an der One-Way-Fahrt (oder besser Half-Way-Fahrt) war die weit verbreitete Trunksucht unter Eisbergen. Murphy hatte zu viel Gletscherwasser getankt und sah zwei Schiffe aus sich zukommen. Da wollte er einfach mittendurch. Was ist eigentlich aus ihm geworden? Flaniert er immer noch über den Atlantik und baggert flotte Schiffe an? Hat ihn der Klimawandel verzehrt und er versenkt jetzt Inseln?

Vermutlich erfährt man auch das im neuen Museum Titanic Belfast. Am 31. März öffnet es die Schotten für Erlebnis-Passagiere erster VIP-Klasse, danach für alle. Architekt Eric Kuhne hat den mehrstöckigen Erlebnis-Dampfer entworfen. Eine Symbiose aus Schiff und Eisberg. Unzertrennlich wie Kate und Leonardo. Wie Irland und … (wie heißt dieses dunkle, ölige Bier nochmal?) Und selbstbewusst wie die White Star Line.

Titanic Belfast bewirbt sich als größtes Titanic-Museum. Etwas anderes würde dem Luxus-Mausoleum an seinem Geburtsort kaum gerecht. Die Kosten spielen in der 100 Millionen Euro-Klasse, das entspricht in etwa dem Wert der Titanic. Rund um das Museum entsteht übrigens ein ganzes Titanic Quarter. Hoffentlich kein böses Omen. Immerhin wurde dort die Titanic gebaut. Andererseits: Schlimmer als die Hamburger HafenCity kann es kaum werden. Mut macht ausgerechnet Falco: „Die Titanic sinkt in Panik / Ganz allanig / Aber gut / Denn wer sich retten tut / Der hat zum Untergang kan Mut“.

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