Return of the Ironauts

Rusty, Tony und der Vorarlberg

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Ironman Voralberg: 10 Monate stehen, 10 Monate schauen, 10 Monate rosten (Foto: Markus Tretter / Antony Gormley / Kunsthaus Bregenz)

Diesmal kein Fall für John Steed und Emma Peel. Bedauerlich. Die Bergluft hätte ihnen gut getan. Und sie haben Erfahrung mit Robotern. Okay, Entwarnung. Wahrscheinlich sind diese Eisenmänner gar keine Roboter. Sie stehen nur. Und schauen. Wie der erste Mensch bei seinem ersten Sonnenaufgang. Quasi Steh- und Schauboter. 100 dieser Eisenhanseln stoisieren den Bregenzerwald. Möbliert mit derselben Mimik-Spar-Software wie die Schlosswachen von Buckingham Palace. Deren Bärenfellmützen könnten die Eisenmänner jetzt gut gebrauchen. Zapfig da oben auf 2.039 Metern.

Gehört wohl zum Konzept von Antony Gormley. So nackt und steif und den Elementen ausgesetzt wirkt der Eisenmensch erst recht einsam und verloren in der Welt. Ein Fremdkörper, so alt wie der Berg unter seinen Füßen. Horizon Field knallt mit der ästhetischen Wucht von Christos Umbrellas und der gefühlten Zerbrechlichkeit von Andy Goldsworthys Schnee- und Eis-Installationen. Mit diesen beiden Künstlern verbindet Gormley auch die Vergänglichkeit seiner Kunst. Ende des Zickenmonats werden die Eisenmänner wohl die Ösi-Mountains verlassen. Was für ein schönes Spiel mit den kosmischen Grundkoordinaten. Ewigkeit und Vergänglichkeit. Auch der Mensch war irgendwann einfach da. Und wird hoffentlich eines Tages seine Sachen packen. Seufz.

Praktische Infos: Horizon Fields bei Vorarlberg Tourismus

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